Berlin-Mitte

Erneut brennt es in der Berliner U-Bahn

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Einsatzkräfte der Berliner Feuerwehr am Montag vor dem U-Bahnhof Rotes Rathaus in Berlin-Mitte.

Einsatzkräfte der Berliner Feuerwehr am Montag vor dem U-Bahnhof Rotes Rathaus in Berlin-Mitte.

Foto: Felix Müller

Auf der Linie der neuen U5 ist am Montagvormittag ein Feuer ausgebrochen. Erst am Wochenende brannte es am U-Bahnhof Schloßstraße.

Berlin. Schockmoment auf der neuen U-Bahnlinie 5 in Mitte am Montagvormittag. Ein Zug war in Höhe der Station Weberwiese zunächst wegen eines technischen Defekts liegen geblieben und fing später Feuer.

Die Gäste mussten die U-Bahn wegen des Defekts bereits an der Weberwiese verlassen. Danach wurde der Zug in eine Abstellanlage am U-Bahnhof Rotes Rathaus geschoben. Dort befindet sich unter der unterirdischen Station eine weitere Etage mit vier Gleisen für das Abstellen oder Wenden der Fahrzeuge. Noch während der Fahrt begann es, unter dem Zug zu qualmen. Später brannte es.

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Feuer im U-Bahnhof Rotes Rathaus: Zwei BVG-Mitarbeiter verletzt

Zunächst versuchten zwei Beschäftigte der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), das Feuer allein zu löschen, was aber nicht gelang. Beide Mitarbeiter hätten bei dem Versuch leichte Rauchgasvergiftungen erlitten. Einer sei vor Ort behandelt, einer vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht worden, hieß es später.

Die Berliner Feuerwehr rückte zunächst mit 145 Kräften an. Auf Bildern ist zu sehen, wie rund um das Rote Rathaus, dem Amtssitz des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD), Feuerwehren mit eingeschaltetem Blaulicht stehen. Aus dem Rathaus sendeten Menschen Fotos in den sozialen Medien.

Unterdessen konnte die Feuerwehr den Brand schnell unter Kontrolle bringen. Zahlreiche Fahrzeuge rückten schnell wieder ab. Ursache für das Feuer war offenbar ein technischer Defekt in einer Belüftungsanlage des Zuges.

U5 in Berlin: Verkehr zwischen Alexanderplatz und Unter den Linden unterbrochen

Der Verkehr auf der Linie der U5 war zwischen den Bahnhöfen Alexanderplatz und Unter den Linden etwa ab 11.40 Uhr unterbrochen. Er wurde kurz vor 13 Uhr wieder aufgenommen, Fahrgäste mussten jedoch mit Verspätungen rechnen.

Zuletzt hatte am Sonnabend ein Brand im U-Bahnhof Schloßstraße in Steglitz einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Das Feuer war in einem Technikraum auf der Zwischenebene der Station ausgebrochen und konnte schnell gelöscht werden. Dort war ein Kabelstrang in Brand geraten. Der Bahnhof wurde evakuiert, bevor die Feuerwehr eintraf.

Weil bei dem Feuer Signalkabel beschädigt wurden, fahren dort voraussichtlich bis zum 10. Januar keine U-Bahnen. Weil es Alternativen mit den Buslinien M48, M85, 186 und der S-Bahnlinie 1 gebe, richtete die BVG keinen Ersatzverkehr ein.

Feuer auf der Linie U5 kommt für die BVG zur Unzeit

Der Zwischenfall auf der Linie U5 kommt für das Unternehmen zur Unzeit. Handelt es sich doch um ein Prestigeobjekt. Der Lückenschluss der U5 wurde erst Anfang Dezember 2020 nach rund zehn Jahren Bauzeit in Betrieb genommen. Aus Hönow kommend ist für die Züge der Linie seither nicht mehr am U-Bahnhof Alexanderplatz Schluss. Stattdessen geht die Fahrt über die zuletzt neu eröffneten Bahnhöfe Rotes Rathaus und Unter den Linden bis zum Hauptbahnhof weiter. Im Sommer 2021 soll auch der Betrieb am U-Bahnhof Museumsinsel aufgenommen werden, den die Züge aktuell nur durchfahren.

Beschlossen wurde das Projekt bereits im Hauptstadtvertrag nach der Wiedervereinigung. Vom Start des ersten Bauabschnitts 1995 bis zur Fertigstellung sollten allerdings 25 Jahre vergehen. Für Verzögerungen sorgten unter anderem archäologische Funde und ein Baustopp angesichts der klammen Berliner Kassen um die Jahrtausendwende. Zuletzt blieben Zeit- und Kostenplan jedoch im gesteckten Rahmen und sollen bei rund 530 Millionen Euro liegen. Zu den hohen Ausgaben kam es unter anderem, da die Streckenverlängerung durch je individuell gestaltete, architektonisch herausragende Bahnhofsbauten besticht.

Brandschutz spielt bei BVG wichtige Rolle

Das Thema Brandschutz spielt bei den Bauaktivitäten der BVG seit Jahren eine wichtige Rolle. So tauscht das Landesunternehmen bei Sanierungen regelmäßig Materialien aus, die nicht mehr dem aktuellen Stand der Vorschriften entsprechen. Daneben läuft bei den Verkehrsbetrieben seit mehreren Jahren ein großangelegtes Projekt, um die U-Bahnhöfe mit zusätzlichen Ausgängen auszustatten​.

Wie wichtig Brandschutz ist, zeigte sich bei einem Großfeuer vor wenigen Wochen. Am 15. November löschte die Feuerwehr über mehrere Stunden einen Brand im U-Bahnhof Onkel Toms Hütte in Zehlendorf. Drei Menschen kamen damals ins Krankenhaus. Drei Tage hielten keine Züge in dem Bahnhof. Das Feuer war in einem Imbiss ausgebrochen. 160 Feuerwehrleute waren damals im Einsatz. Die Bilder nach dem Brand zeigten das ganze Ausmaß der Zerstörung.

Wegen der starken Rauchentwicklung mussten kurz nach Ausbruch des Feuers um 21 Uhr zwei Wohnhäuser an der Riemeisterstraße evakuiert werden. Auch drei Tage nach dem Unglück waren die Aufräumarbeiten auf dem Bahnsteig vor den Geschäften an der Ladenstraße Nord noch nicht abgeschlossen. Die BVG musste den Betrieb der U3 damals für mehrere Tage einstellen.

( ad/cla )