Kultlokal in Flammen

Dachstuhl-Brand an ehemaligem „Entenkeller“ in Frohnau

Das Gebäude an der B96 war einst ein beliebter Ausflugsort. Dort befanden sich ein Hotel, eine Pizzeria, eine Bar und eine Diskothek.

Foto: Morris Pudwell

Berlin. Der ehemalige „Entenkeller“ in Frohnau (Reinickendorf) ist am Sonntagabend in Brand geraten. Der Dachstuhl habe gebrannt, dies sei weithin sichtbar gewesen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Menschen seien nicht in dem leerstehenden Gebäude gewesen. Verletzt wurde niemand. Da das Haus frei stehe, habe auch keine Gefahr für angrenzende Gebäude bestanden.

Die Löscharbeiten gestalteten sich nach Angaben des Sprechers schwierig. „Das ist eine sehr komplexe Dachkonstruktion mit mehreren Gauben und Spitzgiebeln“, sagte er am späten Abend. Die rund 80 Einsatzkräfte waren mehrere Stunden mit dem Brand beschäftigt.

In dem Gebäude an der B96 - einst ein beliebter Ausflugsort - befanden sich im Laufe der Jahre ein Hotel, eine Pizzeria, eine Bar, eine Diskothek und eine Kneipe. Seit 2012 wird es nicht mehr genutzt und steht leer.

Große Pläne und langer Leerstand

Architektonisch war das Gebäude eine Art Überbleibsel aus der sogenannten guten alten Zeit. Die Hochkultur der Ausflugsgaststätten spiegelte sich in seinen hohen Fenstern wider.

Das ehemals mondäne Haus verfiel in den letzten Jahren mehr und mehr, wurde für Anlieger zum "Schandfleck" der sonst beschaulichen Gegend. 2016 schien Bewegung in die Sache zu kommen, als der Betreiber der Kult-Gaststätte "Eierschale" in Dahlem verkündete, er werde ein Lokal mit Disko-Betrieb in dem Haus eröffnen. Abdallah Neeman hatte der Berliner Morgenpost damals gesagt, das Objekt sei in sehr schlechtem Zustand gewesen: „Es war alles Schrott.“ Ursprünglich wollte er 2017 eröffnen, doch daraus wurde nichts.

Verkaufsinteressenten hatten sich laut Recherchen des Tagesspiegel im Laufe der Jahre mehrfach vorgewagt, dann jedoch immer wieder einen Rückzieher gemacht. Wieviel nach dem Brand von dem einstmals vor allem für seine saftig-knusprigen Enten beliebten Lokal übrig bleibt, müssen die kommenden Tage und Wochen zeigen. An einen Restaurant-Betrieb ist dort, auch abgesehen von der Corona-Pandemie, in naher Zukunft nicht zu denken.