Razzia in Neukölln

Mega-Fund: Fahnder stellen zehn Tonnen Shisha-Tabak sicher

Bei einer Razzia in Neukölln heben Zollfahndung und Landeskriminalamt ein riesiges Lager für Shisha-Tabak aus.

Beamte haben in Berlin mehrere Lager für illegalen Shisha-Tabak ausgehoben. Die Asservatenkammer der Zollfahndung ist jetzt voll.

Beamte haben in Berlin mehrere Lager für illegalen Shisha-Tabak ausgehoben. Die Asservatenkammer der Zollfahndung ist jetzt voll.

Foto: Alexander Dinger / Zollfahndung

Berlin. Es ist einer der größten Erfolge der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe (GE) Zig von Zollfahndung und Landeskriminalamt: Beamte haben in Berlin mehrere Lager für illegalen Shisha-Tabak ausgehoben. Insgesamt konnten die Beamten mehr als zehn Tonnen Tabak sicherstellen. Geschätzter Reingewinn: sechs bis sieben Millionen Euro. Zum Abtransport waren drei Lkw nötig.

Die Beamten rückten bereits am Dienstagabend an. Der öffentliche Fokus lag in Berlin da gerade auf den Razzien im Clan-Milieu wegen des Einbruchs im Grünen Gewölbe.

Zuerst durchsuchten die Beamten der GE Zig eine Halle in einem Gewerbegebiet in Buckow, dann ein Lager an der Grenzallee und schließlich die Neuköllner Wohnung des Haupttatverdächtigen, einem 35 Jahre alten Deutsch-Iraker. Dem Mann wurde inzwischen der Haftbefehl verkündet.

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Tonnenweise Shisha-Tabak in Berlin gefunden: Ermittlungen starteten Anfang Juli

Nach Informationen der Berliner Morgenpost starteten die Ermittlungen Anfang Juli. Der Name des mutmaßlichen Haupttäters war immer wieder im Zusammenhang mit Razzien in Neukölln aufgetaucht. Läden, bei denen kleine Mengen illegaler Shisha-Tabak gefunden wurde, gaben immer wieder an, dass die Ware bei dem Deutsch-Iraker gekauft worden sei.

Der Mann betreibt drei offizielle Läden in Berlin, zwei in Neukölln und einen in Gesundbrunnen. Es gab aber früh den Verdacht, dass er Ware auch illegal importiert und europaweit verkauft. Ein Teil der sichergestellten Ware wurde unversteuert aus dem mittleren Osten an den Finanzbehörden vorbei ins Land geschmuggelt.

Am Dienstag schlugen die Ermittler zu, weil der Verdächtige wieder eine größere Lieferung bekommen hatte und die Befürchtung bestand, dass die Ware verteilt werden würde, wenn man die Gunst der Stunde nicht nutzte.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost gibt es auch Verbindungen zwischen dem Mann und einer polizeibekannten Großfamilie. Für die Ermittler ist der Fund ein großer Erfolg. Immer wieder wurden in der Vergangenheit Razzien als „Showeinsätze“ bezeichnet und sich darüber lustig gemacht, wenn Kleinstmengen Shisha-Tabak beschlagnahmt wurden. Allein der sichergestellte Steuerschaden bei den mehr als zehn Tonnen Shisha-Tabak beträgt mehr als 200.000 Euro.

Illegaler Shisha-Tabak: Gewinnspannen wie bei harten Drogen

„Neben Steuerschäden gibt es auch gesundheitliche Aspekte“, sagte eine Beamter. So habe man schon illegalen Shisha-Tabak aus dem Verkehr gezogen, der mit Kleintierstreu und Holzspäne gestreckt worden sei. „Dahinter steckt eine hochkriminelle Energie“, sagte der Beamte. Zudem sei die Gewinnspanne bei illegalem Shisha-Tabak genauso hoch wie bei harten Drogen. Trotzdem werde der Handel mit illegalem Tabak immer noch als Kavaliersdelikt wahrgenommen.

Zehn Tonnen Shisha-Tabak sichergestellt - die Reaktionen

Polizeipräsidentin Barbara Slowik sieht in der Arbeit der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Zigaretten eine beeindruckende Leistung. "Der Schlag gegen den illegalen Handel mit unversteuertem Shisha-Tabak, die Sicherstellung von mehr als 10 Tonnen krönen diese Erfolge", so Slowik. Aber nicht nur die kriminelle Energie und der Steuerschaden stehe im Vordergrund, sondern mit Blick auf die bedenkliche Zubereitung, den Transport und die Lagerung auch der Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten, erklärte die Polizeipräsidentin weiter.

Die Präsidentin der Generalzolldirektion Colette Hercher betonte, dass Zoll und Länderpolizeien in der Kriminalitätsbekämpfung bundesweit an einem Strang ziehen. Dieser Ermittlungserfolg der GEZig in Berlin belege dies eindrücklich.

GdP-Landesvize Thomas Spaniel stellte auch den großen Erfolg der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Zigaretten heraus. "Den Kampf gegen die Organisierte Kriminalität gewinnen wir nicht, wenn wir nur da agieren, wo die Öffentlichkeit hinschaut, sondern wenn wir uns bei der Ermittlungsarbeit auch darauf konzentrieren, die tagtäglichen Geschäfte von kriminellen Netzwerken offenzulegen."