Kreuzberg

Koks-Taxi: Drogen steckten in der Spraydose

Die Polizei hielt am Kottbusser Tor einen mutmaßlichen Drogenlieferanten in einem Mietwagen an und machte eine erstaunliche Entdeckung.

In dieser Spraydose wurden Drogen versteckt.

In dieser Spraydose wurden Drogen versteckt.

Foto: Pudwell

Berlin. Schneller Mietwagen und Drogen: Für die Beamten der Berliner Polizei bot sich am späten Sonntagabend kurz hinter dem Kottbusser Tor Ecke Skalitzer Straße ein Bild wie aus dem Polizei-Lehrbuch. Gegen 22.20 Uhr fiel den Polizisten ein Mietwagen auf. Das Fahrzeug wurde gestoppt. Die Insassen sollen sich bei der Kontrolle auffällig verhalten haben.

Zuerst konnten die Beamten im Auto nichts Auffälliges finden. Dann wurden sie aber auf eine Spraydose aufmerksam, die in einem Fach in der Beifahrertür lag. Ein Polizist schaute sich die Spraydose genauer an und stellte fest, dass man den Boden aufdrehen konnte.

Koks-Taxi in Berlin: Drogen verkaufsfertig portioniert und in Spraydose versteckt

Die Spraydose war mit diversen Drogen gefüllt. Auffällig waren vor allem die portionierten Tütchen mit weißem Pulver. Im Fahrzeug soll zudem eine nicht unerhebliche Menge Bargeld in kleinen Scheinen gefunden worden sein. Der Fahrer und Beifahrer wurden noch vor Ort festgenommen. Das Fahrzeug wurde umgesetzt, da es sich nur um einen Mietwagen handelte. Die Ermittlungen führt ein Fachkommissariat der Berliner Polizei.

Kokain-Lieferservice in Berlin: Prozess vor dem Landgericht

Einblicke, wie der Kokain-Lieferservice in Berlin funktioniert, gibt gerade ein Prozess vor dem Landgericht gegen mehrere Angeklagte. Demnach wurden die Geschäfte zentral aus einem Café gesteuert. Die Kommunikation mit den Abnehmern sei hauptsächlich per SMS erfolgt, heißt es in der Anklage. Mit sogenannten Koks-Taxis sei die Auslieferung erfolgt. Die Kurierfahrer hätten im Schichtbetrieb gearbeitet, um den festen Kundenstamm von mindestens 850 Personen ab mittags bis in die frühen Morgenstunden des folgenden Tages versorgen zu können.

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Dabei werden immer wieder hochmotorisierte Fahrzeuge von Autovermietungen eingesetzt. In den vergangenen Monaten sind mehrere dieser Kokstaxis aufgeflogen. Das Geschäft ist seit Jahren bekannt und läuft seit langer Zeit nach einem festen Muster ab, wie Clan-Aussteiger berichten. Es sei genau geregelt, wer wo verkaufen dürfe.