Berlin-Neukölln

Polizei beschlagnahmt bei Razzia 52 Kilogramm Tabak

Polizei, Ordnungsamt und Zoll kontrollierten mehrere Lokale - darunter auch zwei Cafés, die als Treffpunkte der Clanszene gelten.

Schwer bewaffnete Polizisten vor einem Lokal an der Sonnenallee.

Schwer bewaffnete Polizisten vor einem Lokal an der Sonnenallee.

Foto: Thomas Peise

Am Freitagabend und in der Nacht zu Sonnabend haben Polizei, Zoll und das Ordnungsamt auf der Sonnenallee in Neukölln wieder mehrere Lokale kon- trolliert. Darunter waren zwei Cafés, die als Treffpunkte der kriminellen Clanszene gelten. In einem Laden beschlagnahmten die Beamten mehr als 50 Kilogramm unversteuerten Shisha-Tabak.

In zwei Cafés an der Hermannstraße stellten die Beamten Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz fest. In einem Café an der Sonnenallee, das als Stammlokal des vor zwei Jahren am Tempelhofer Feld erschossenen Intensivtäters Nidal R. galt, kontrollierte die Polizei 35 Männer. Eine Person aus Palästina ohne Aufenthaltsstatus in Deutschland wurde zur Identitätsfeststellung mitgenommen und später wieder entlassen. Außerdem war in dem Laden eine nicht erlaubte Kamera angebracht.

Männer verlassen fluchtartig das Café

In einem weiteren Café an der Sonnenallee verließen mehrere Männer fluchtartig den Laden, als die Polizei anrückte. Insgesamt überprüfte die Polizei 24 Männer, unter ihnen zwei polizeibekannte Personen. In diesem Laden fanden die Beamten auch 52 Kilogramm unversteuerten Shisha-Tabak.

Während des Einsatzes kam es zu einer Auseinandersetzung mit einer Frau. Sie hatteMaßnahmen beobachtet und beschwerte sich bei der Polizei. Die Frau soll sich laut Polizei sehr aggressiv verhalten haben, weswegen ihr Handschellen angelegt worden seien. Nach der Identitätsfeststellung sei die Frau in eine Einrichtung für betreutes Wohnen gebracht worden, hieß es.

Alle kontrollierte Läden hielten Sperrstunde ein

Zeitgleich zu den Café-Kontrollen fanden auch Überprüfungen im Verkehr statt. Die Polizei hatte vor allem hochwertige Fahrzeuge mit relevanter Klientel im Blick. Es seien mehrere Verstöße festgestellt worden, hieß es. Eine positive Überraschung erlebte die Polizei bei der Kontrolle der Sperrstunde. Nach 23 Uhr kontrollierten Zivilkräfte mehrere „Spätis“. „Hier konnten keine Lokalitäten festgestellt werden, die gegen die Sperrstunde verstießen“, hieß es. Während der Kontrollen auf der Sonnenallee musste der Bus der Linie M 41 über die Karl-Marx-Straße umgeleitet werden.

Der rot-rot-grüne Senat hatte im November 2018 einen Fünf-Punkte-Plan gegen kriminelle Clans vorgelegt. Seitdem wird in Berlin verstärkt gegen kriminelle Mitglieder solcher Großfamilien vorgegangen.