Rummelsburg

Protest gegen AfD: Politisch motivierter Anschlag auf Hotel

Nach einem Farbanschlag auf ein Hotel in Rummelsburg kündigt die Antifa weitere Proteste an.

Ein beschädigtes Wahlplakat der AfD (Archivbild)

Ein beschädigtes Wahlplakat der AfD (Archivbild)

Foto: Emmanuele Contini / imago

Berlin. Unbekannte Täter haben in der Nacht zu Dienstag einen Farbanschlag auf ein Hotel in Rummelsburg verübt. Zudem haben sie mit einen Feuerlöscher Sachschaden angerichtet.

Wie die Polizei mitteilte, hatte ein Streife des polizeilichen Objektschutzes am Dienstagmorgen gegen 5.20 Uhr Schmierereien an der Hotelfassade und Beschädigungen an der Eingangstür des Hotels an der Kaskelstraße bemerkt. Demnach hatten die Unbekannten mit Farbe gefüllte Glasbehälter gegen die Fassade geworfen und zweimal „No AfD“ an die Hauswand geschrieben.

Weiterhin haben sie ein Loch in die gläserne Eingangstür geschlagen und den Inhalt eines Feuerlöschers in das Innere des Hotels gesprüht. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt hat die Ermittlungen übernommen.

Hotelbesitzerin vermietet Saal an AfD. Anschläge auf Veranstaltungsort und Hotel

In der vergangenen Woche hatten sich bereits Mitglieder der Antifa vor der Pension zu einer „Wutdemo“ versammelt. Hintergrund: Die Besitzerin des Hotels betreibt auch einen Veranstaltungsraum an der Gutenbergstraße in Kaulsorf. Diesen haben sie dem Berliner Landesverband der AfD für ihren Landesparteitag am kommenden Wochenende vermietet.

Daraufhin kam es bereits in der vergangenen Woche zu einem Überfall auf die Räumlichkeiten an der Gutenbergstraße. Nach Angaben der Polizei hätten zwei Frauen einen Besichtigungstermin der Räumlichkeiten vereinbart. Kurz nach der Begrüßung habe eine der Frauen zehn bis 15 maskierte Personen in das Gebäude gelassen. Sie begannen Stühle von den Tischen zu werfen und verstreuten Konfetti. Dabei riefen sie laut Parolen und versuchten, die Zeugen zu fotografieren. Als die Polizei dort eintraf, flüchteten die beiden Frauen und die Maskierten. Nach der Aktion bemerkte die Vermieterin noch das Fehlen eines Schlüsselbundes.

Nicolaus Fest, Landessprecher der AfD Berlin, forderte nach dem Anschlag schriftlich eine 24-Stunden-Bewachung der attackierten Räumlichkeiten wie auch des weiteren Besitzes der Vermieter.

Antifa kündigt Protest und Demonstration an

Auf einer linksextremen Internetseite wird folgendes angekündigt: „Falls die Zusammenarbeit der Betreiberin mit der Berliner AfD nicht sofort ein Ende findet, dürfen sich beide Räume ab sofort auf vielfältigen und langfristigen antifaschistischen Protest einstellen, der weit über den Parteitag hinausgeht. Wir können und werden es nicht dulden, dass rechten Parteien wie der AfD in Berlin immer noch der rote Teppich ausgerollt wird!" Für den 25. Oktober kündigt die Antifa eine Demonstration in Kaulsorf an.

AfD findet keine Räume für Landesparteitag in Berlin

Die AfD ist seit Monaten auf der Suche nach einem Tagungsort in Berlin, insgesamt seien bereits mehr als 170 Anfragen gestellt worden. Bereits dreimal musste der Landesparteitag abgesagt werden. Auch der Landesparteitag der Berliner AfD im Ballhaus Pankow konnte nicht wie geplant im Januar dieses Jahres stattfinden. Die Vermieterin hatte den Mietvertrag mit der Partei kurzfristig gekündigt. Dagegen war der Landesvorstand juristisch vorgegangen.

Das Berliner Landgericht entschied aber, dass die Vermieterin ein Recht auf kurzfristige Kündigung des Mietvertrages habe, weil ein Mitarbeiter ihres Ballhauses Pankow „eine direkte Bedrohung von Leib und Leben seiner eigenen Person und seiner Familie“ durch zwei Unbekannte mit Messer, die offenbar AfD-Gegner waren, erfahren habe.