Steinmetzstraße

Wohnungsbrand in Schöneberg - Mutter und Kind sterben

Eine Frau ist bei einem Wohnungsbrand ums Leben kommen. Ein Kind wurde wiederbelebt, starb aber auf dem Weg ins Krankenhaus.

Feuerwehreinsatz in der Steinmetzstraße in Schöneberg.

Feuerwehreinsatz in der Steinmetzstraße in Schöneberg.

Foto: Pudwell

Berlin. Drama in Schöneberg. Bei einem Wohnungsbrand an der Steinmetzstraße sind am Freitagmorgen eine 45-jährige Frau und ihr siebenjähriger Sohn gestorben. Ein weiteres Kind überlebte schwer verletzt. Mehrere Hausbewohner wurden über Fluchthauben gerettet. Die Brandursache ist noch nicht klar. Die Kriminalpolizei übernahm am Freitag die Ermittlungen.

Die Feuerwehr wurde am frühen Freitagmorgen, kurz nach 6 Uhr, alarmiert. Da schon auf der Anfahrt von mehreren eingeschlossenen Personen ausgegangen werden musste, wurde ein Großaufgebot an Einsatzkräften alarmiert. Als die ersten Kräfte eintrafen, stand die Wohnung im dritten Obergeschoss eines fünfstöckigen Hauses bereits in Vollbrand.

Mehrere Notrufe waren zuvor eingegangen. Eine Mutter und ihre beiden Kinder wurden vermisst. Einsatzkräfte betraten das Gebäude, kämpften sich zum Brandherd vor und fanden die Mutter und ihren Sohn bewusstlos in der Wohnung, teilte ein Feuerwehrsprecher mit. Ein Mädchen war noch ansprechbar, zeigte aber auch Anzeichen einer schweren Rauchgasvergiftung.

Kind unter Reanimationsbedingungen ins Krankenhaus geflogen

Die Rettungskräfte versuchten, eine Stunde lang die Mutter zu reanimieren. „Die Versuche blieben leider erfolglos“, sagte ein Feuerwehrsprecher der Berliner Morgenpost. Die Frau starb noch vor Ort. Auch ihr Sohn wurde mehr als eine Stunde reanimiert. Ein inzwischen angeforderter Rettungshubschrauber landete auf der gesperrten Kreuzung Potsdamer Straße / Goebenstraße. Das Kind wurde unter Reanimationsbedingungen mit dem Intensiv-Transporthubschrauber in eine Spezialklinik nach Friedrichshain geflogen, wo der Junge allerdings ebenfalls starb, wie die Polizei am Nachmittag mitteilte. Der Vater war während des Feuers nicht in der Wohnung.

Aus den darüber liegenden Wohnungen wurden drei weitere Personen mit Rettungshauben gerettet. Davon musste eine Person vor Ort vom Rettungsdienst behandelt werden, zwei Personen blieben unverletzt. Eine 73-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht, konnte dieses jedoch nach ambulanter Behandlung wieder verlassen. Das zwölfjährige Mädchen kam ebenfalls in eine Klinik.

Eine Einsatzkraft musste vor Ort vom Rettungsdienst mit Kreislaufproblemen behandelt werden. Zur Betreuung von Angehörigen war vor Ort auch ein Notfallseelsorger im Einsatz. Die Feuerwehr teilte mit, dass alle am Einsatz beteiligten Kräfte im Nachgang auf einer Feuerwache von einem Einsatznachsorgeteam betreut wurden. Das ist immer dann der Fall, wenn ein Einsatz besonders dramatisch war.

Wohnungsbrand in Schöneberg: Löscharbeiten dauerten mehr als zwei Stunden

Nach mehr als zwei Stunden - um 8.43 Uhr - hatte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle, der Einsatzort wurde an die Polizei übergeben. Die Berliner Feuerwehr war mit 60 Kräften und 20 Fahrzeugen vor Ort. Nach den Löscharbeiten übernahm die Polizei den Brandort für Ermittlungen. Unklar war am Freitag, inwieweit das Haus noch bewohnbar ist. Die Steinmetzstraße war zwischen Großgörschenstraße und Goebenstraße in beiden Richtungen voll gesperrt.

Ob in der Brand-Wohnung Rauchmelder installiert waren, konnte am Nachmittag nicht mit Sicherheit gesagt werden. In Berlin müssen bei Neu- und Umbauten seit dem 1. Januar 2017 Rauchmelder installiert werden. Bei bestehenden Wohnungen gilt die Rauchmelderpflicht ab dem 31. Dezember in diesem Jahr.

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