Liebigstraße 34

„Rache L34!“: Staatsschutz ermittelt nach Farbanschlag

Nach der Räumung des Hauses Liebigstraße 34 verüben Unbekannte einen Anschlag auf ein Fahrzeug der CDU in Charlottenburg.

"Liebig 34" in Berlin geräumt

Dann kam der Gerichtsvollzieher: Das besetzte Haus in Friedrichshain war ein Symbol für die linksradikale Szene - weit über Berlin hinaus. Jetzt wurden über 50 Personen von der Polizei aus dem Haus gebracht.

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Berlin.  Bislang noch unbekannte Täter haben offenbar in der Nacht zu Sonntag einen Farbanschlag auf ein Fahrzeug des Bundestagsabgeordneten Klaus-Dieter Gröhler (CDU) verübt. Dabei handelt es sich um einen Opel, der mit Porträtfotos des Berliner Politikers und mit Schriftzügen beklebt ist.

Die Täter hatten mit roter Farbe unter anderem „L34!“ und „Rache“ auf das Fahrzeug geschrieben. Zudem wurden Reifen des Kleintransporters eingeschlagen und Reifen zerstochen. Die Schriftzüge deuten auf eine Verbindung zur Räumung des linken Wohnprojekts „Liebig 34“ am vergangenen Freitag hin. Das Fahrzeug wird nach Angaben Gröhlers für die Wahlkreisarbeit genutzt. Eine Passantin hatte das beschmierte und beschädigte Auto am Sonntagmorgen gegen 9.30 Uhr am Charlottenburger Einsteinufer entdeckt und die Polizei alarmiert.

„Ich habe von dem Anschlag erst erfahren, als mich eine Bürgerin angerufen hat. Die Polizei hatte den Vorfall nur aufgenommen und einen Zettel an der Windschutzscheibe hinterlassen“, sagte Gröhler der Berliner Morgenpost. „Es kann doch nicht sein, dass ich als Politiker nicht direkt von der Polizei über diesen Anschlag informiert werde. Ich habe auch noch ein zweites Fahrzeug und ein Wahlkreisbüro.“

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Farbanschlag: „Der Rechtsstaat muss hart reagieren“

Gröhler erinnert an den Farbanschlag auf das Wahlkreisbüro seines CDU-Bundestagskollegen Jan-Marco Luczak. Dort hatten Unbekannte in der Nacht zu Freitag, also kurz vor der Räumung des besetzten Hauses an der Liebigstraße 34, einen Farbanschlag verübt.

„Wenn die Linken meinen, dass das die Form der Auseinandersetzung ist, dann muss der Rechtsstaat hart reagieren“, sagte Gröhler. „Wenn private Räume besetzt werden, dann hat der Eigentümer auch das Recht auf eine Räumung, zumal es für die Räumung des Hauses an der Liebigstraße auch Gerichtsurteile gab. Dafür hat sich die CDU immer eingesetzt.“

Nach Angaben Gröhlers wird der entstandene Sachschaden bei etwa 2000 Euro liegen. Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

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