Festnahmen

Gegendemonstranten stören "Marsch für das Leben"

Bei der Abtreibungsgegner-Demo ist es am Samstag zu Festnahmen gekommen. Tausende demonstrieren auch für Aufnahme von Flüchtlingen.

Zahlreiche Menschen nehmen an der Demonstration "Marsch für das Leben" in Sichtweite des Brandenburger Tors teil.

Zahlreiche Menschen nehmen an der Demonstration "Marsch für das Leben" in Sichtweite des Brandenburger Tors teil.

Foto: dpa

Berlin. Bei der Abtreibungsgegner-Demo "Marsch für das Leben" ist es am Samstag zu 19 Festnahmen von Gegendemonstranten gekommen. Etwa 1000 Menschen versuchten immer wieder, den Aufzug der mehr als 2000 Abtreibungsgegner in Berlin-Mitte zu stören, wie die Polizei am Sonntag mitteilte.

Bei einer Festnahme, bei der es um den Verdacht auf Diebstahl eines Holzkreuzes gegangen sei, hätten rund 100 Menschen versucht, die Person aus dem Polizeigewahrsam zu befreien. Den Angaben zufolge setzten Polizisten beim Zurückdrängen der Leute Pfefferspray ein und nahmen 18 weitere Personen fest. Außerdem seien in der Nähe der Endkundgebung 15 Platzverweise erteilt worden, weil Gegendemonstranten versucht hätten, eine Absperrung zu durchbrechen.

Ein Demonstrationszug von linken Gruppen mit rund 850 Teilnehmern verlief am Samstagabend in Charlottenburg laut Polizei "weitestgehend störungsfrei". Die Demonstranten, die eine Umverteilung des Vermögens in Deutschland von oben nach unten forderten, zogen vom Adenauerplatz über den Kurfürstendamm zum Wittenbergplatz. Polizisten nahmen drei Personen fest, weil diese sich vermummt haben sollen.

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Am Sonntagnachmittag ging ein breites Menschenrechtsbündnis für die Aufnahme von Flüchtlingen unter dem Motto „Es reicht! Wir haben Platz!“ auf die Straße. Laut Polizei kamen deutlich mehr Menschen als die angemeldeten 3000. Nach dem verheerenden Brand im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos forderten neben anderen Seebrücke Berlin, Europe Must Act und Pro Asyl die sofortige Evakuierung der Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln. Die Bundesregierung solle die Bereitschaft von Bundesländern und Kommunen zur Aufnahme von Flüchtlingen nicht länger blockieren, hieß es.

In dem Zug zum Großen Stern in Berlin-Mitte waren Plakate mit Slogans wie „Wir haben Platz!“ und „Seehofer, sei ein Christ“ zu sehen. Ein kleines Mädchen hielt die Forderung „Lasst die Leute rein“ in die Höhe. Die Demonstration verlief laut Angaben störungsfrei.