Berlin-Lichtenberg

Polizei geht von Fehlalarm an Berliner Schule aus

Nachdem am Max-Taut-Oberstufenzentrum ein Alarm ausgelöst wurde, durchsuchte das SEK die Räume. Was den Alarm auslöste, ist unklar.

Nach dem Verdacht einer Amok-Lage am Max-Taut-Oberstufenzentrum in Berlin-Rummelsburg hat die Polizei Entwarnung gegeben. „Wir gehen derzeit von einem Fehlalarm aus“, schrieben die Beamten auf Twitter. Zuvor hatte die Polizei über Stunden die Schule durchsucht - auch Spezialeinsatzkräfte waren dabei im Einsatz.

„Einen Amokalarm nehmen wir immer ernst. Die Schule und auch unsere Einsatzkräfte müssen dabei immer wie in einem Ernstfall vorgehen. Wir bitten um Verständnis & danken Ihnen für Ihre Geduld“, so die Polizei. Derzeit wird von einem technischen Fehler bei der Alarmierung ausgegangen. Die Beamten wurden gegen 10.30 Uhr zu einer so genannten Gefahrenlage in das Oberstufenzentrum alarmiert. Nachdem die 600 Schüler und Lehrer stundenlang im Gebäude bleiben mussten, konnten sie am Nachmittag die Schule wieder verlassen.

Polizeieinsatz in Rummelsburg: Schüler dürfen Gebäude nicht verlassen

Die Polizei war mit 80 Polizisten in Rummelsburg im Einsatz. Auch das SEK rückte an. Schwerbewaffnete Polizisten suchten über Stunden die Räumlichkeiten des Oberstufenzentrums ab. Während des Einsatzes mussten die Schüler und Schülerinnen in ihren Klassenräumen bleiben.

Eine besorgte Mutter teilte der Berliner Morgenpost am Vormittag mit, dass sie bis circa 10.16 Uhr noch Kontakt zu ihrer Tochter hatte. Dann habe die Tochter das Handy ausschalten müssen. Die Klasse - Jahrgang 11 - habe sich im Klassenzimmer verbarrikadieren müssen. Alles sei abgedunkelt worden. Wie ihre Tochter berichtete, mussten die Schüler auf dem Boden unter den Tischen sitzen.

Feuerwehr: Keine verletzten Personen

Auch das Gelände der Schule wurde gesichert. In der Toreinfahrt der Schule warteten Polizisten mit Maschinenpistolen. Auch die Feuerwehr war mit 25 Einsatzkräften vor Ort. Wie ein Feuerwehr-Sprecher mitteilte, gab es keine verletzten Personen. „Ein Einsatzabschnitt für die medizinische Rettung wurde vorsorglich eingerichtet“, hieß es auf Twitter. Auf dem Nöldnerplatz standen Krankenwagen bereit. Auch ein Zelt wurde aufgebaut. Eine Betreuungsstelle für Betroffene wurde eingerichtet.

Polizei: "Postet bitte sicherheitshalber keine Bilder aus den Räumen"

In dem Gebäude bekamen die Schüler von den polizeilichen Maßnahmen nicht viel mit. Unter dem Tweet der Polizei fragten sie nach genaueren Informationen. Raeki schreibt: „Wir sind in der Schule und haben uns verbarrikadiert, kann jemand Genaueres mitteilen, wie die Sachlage draußen ist?“ Eine weitere Person twitterte: „Also ich sitze auch in der Schule. Es wäre schön das ein paar Infos zu uns dringen könnten. Wir sitzen hier und wissen nicht Bescheid.“

Die Bürgerinitiative „Moabit hilft!“ berichtet auf Twitter: „Ein Klient von uns in der Schule. Vor ca. 40 Minuten sollten sich die Schüler:innen in den Räumen verbarrikadieren. Reden ist untersagt. Alle haben Angst. Einige Schüler weinen. Polizei ist auf dem Dach und vor dem Haus zu sehen, sagt er.“

Die Polizei antwortete den Schülern über Twitter. „Liebe Schülerinnen und Schüler des Max-Taut-OSZ, zurzeit begehen unsere Kollegen die Schule und kommen gut voran. Habt Geduld, bleibt bitte in den Klassen. Postet bitte sicherheitshalber keine Bilder aus den Räumen in den Sozialen Medien!“

Gegen 15 Uhr beendete die Polizei das Absuchen der Räume. Die jeweiligen Klassen wurden einzeln aus dem Gebäude geführt. Dort warteten schon einige Angehörige auf die Schüler. Zuvor hatte die Polizei die Eltern angewiesen an der Kreuzung Hauptstraße/Schlichtallee zu warten.

Berlin-Rummelsburg: Straßen weiträumig abgesperrt

Die Straßen um die Schule wurden während des Einsatzes weiträumig abgesperrt. Im Bereich um die Schlichtallee bildeten sich mehrere Staus. Nach etwa einer Stunde wurde die Straße wieder für den Verkehr freigegeben. Von der Sperrung waren auch die Buslinien M240, M194 und M396 und die Linien des Schienenersatzverkehrs für die U1 betroffen. Die Linien wurden für die Dauer der polizeilichen Maßnahmen unterbrochen oder umgeleitet.