Berlin-Mitte

Ein Toter und ein Verletzter bei Messerstecherei am Alex

| Lesedauer: 3 Minuten
Andreas Gandzior
Bei einer Messerstecherei am Alexanderplatz ist ein Mensch ums Leben gekommen.

Bei einer Messerstecherei am Alexanderplatz ist ein Mensch ums Leben gekommen.

Foto: Peise

Ein Mann schoss am Alexanderplatz mit einer Schreckschusswaffe und bedrohte einen 23-Jährigen. Dieser stach mit einem Messer zu.

Berlin. Schlägereien, Messerstechereien, Raub und Taschendiebstähle - der Alexanderplatz war und ist ein Kriminalitätsschwerpunkt in Berlin. In der Nacht zu Freitag ereignete sich erneut ein schweres Verbrechen auf dem seit Jahren in Verruf gekommenen Platz. Bei einer Auseinandersetzung unter mehreren Personen auf dem Alexanderplatz in Mitte wurde am Donnerstag kurz vor Mitternacht ein Mann tödlich verletzt.

Wie die Polizei am Freitag mitteilte, ereignete sich die Tat gegen 23.40 Uhr an der Panoramastraße in der Nähe der Wasserspiele. Nach ersten Ermittlungen einer Mordkommission und Aussagen von Beteiligten und Zeugen soll es dort zu einem Streit zwischen mehreren Männern mit syrischer Staatsangehörigkeit gekommen sein. Die Gründe für den Streit sind der Polizei noch unbekannt. Dabei soll ein 22 Jahre alter Mann mit einer Schreckschusswaffe geschossen und einen 23-Jährigen damit auch bedroht haben.

Eine Karte zeigt den ungefähren Tatort am Alexanderplatz, wo sich die tödliche Messerstecherei ereignet hat.

Alexanderplatz: Mit Messer auf Kontrahenten eingestochen

Der 23-Jährige habe dann mit einem Messer auf den bewaffneten 22-Jährigen und einen weiteren 21 Jahre alten Kontrahenten eingestochen, beschreibt die Polizei den Tatvorgang mit ihren bisherigen Erkenntnissen. Dabei wurde der 22-Jährige tödlich verletzt. Rettungskräfte versuchten, den niedergestochenen Mann noch vor Ort zu reanimieren. Der Mann verstarb in einem Rettungswagen. Das 21 Jahre alte Opfer wurde von Rettungskräften mit Stichverletzungen zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus transportiert und dort operiert. Nach Angaben der Polizei bestand für diesen Mann zu diesem Zeitpunkt keine Lebensgefahr.

Der Messerstecher warf die Tatwaffe offenbar gleich nach der Tat in die Wasserkaskaden am Fuße des Fernsehturms. Bilder aus der Nacht zeigen einen Kriminaltechniker, wie er offenbar die Tatwaffe aus dem Wasser holt. Auch Patronenhülsen der Schusswaffe wurden auf dem Boden gefunden. Rund um den Tatort, der von der Polizei weiträumig mit Flatterband abgesperrt wurde, waren zahlreiche Blutspuren zu sehen. Auch blutiges Verbandsmaterial auf dem Bürgersteig zeugen von der Auseinandersetzung mit tödlichem Ausgang.

Tödlicher Messerstecherei am Alexanderplatz: Täter noch am Tatort festgenommen

Polizeikräfte vom Abschnitt 57, die zuerst am Tatort waren, nahmen den 23 Jahre alten Tatverdächtigen noch vor Ort vorläufig fest. Nach Angaben einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft, sollte der Mann noch am Freitag einem Haftrichter zum Erlass eines Haftbefehl vorgeführt werden. Sollte der Zeitpunkt der vorläufigen Festnahme aber erst nach Mitternacht, also am Freitag geschehen sein, kann sich der Termin vor dem Haftrichter auch auf den Sonnabend verschieben.

Die Obduktion des Toten hingegen sollte nach Angaben der Polizei noch am Freitag stattfinden. Wann mit Ergebnissen zu rechnen ist, sei noch unklar, hieß es. Die Ermittlungen haben eine Mordkommission des Landeskriminalamtes und die Staatsanwaltschaft Berlin übernommen.

Alexanderplatz gilt als Kriminalitätsschwerpunkt

Der Alexanderplatz - ein Verkehrsknotenpunkt in Berlins Innenstadt - gilt als ein Kriminalitätsschwerpunkt. Seit Ende 2017 gibt es eine eigene Polizeiwache zwischen Weltzeituhr und Brunnen der Völkerfreundschaft. Täglich passieren Tausende Menschen den zentralen Knotenpunkt.

Im Oktober 2012 war der 20-jährige Jonny K. zwischen Alexanderplatz und Rotem Rathaus getötet worden. Der Gewaltexzess hatte bundesweit Bestürzung und eine Debatte über den Umgang mit jugendlichen Gewalttätern ausgelöst. K. war dort von mehreren Männern so zusammengeschlagen worden, dass er kurz darauf an Gehirnblutungen starb.

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