Brandstiftung

Nach Autobränden mehr als 100 Mieter ohne Wohnung

Im Juli brannten viele Autos. Besonders betroffen waren 100 Neuköllner, die ihre Wohnung verlassen mussten.

Berlin. Nach einer Autobrandstiftung am 13. Juli dieses Jahres mussten mehr als 100 Mieter ihre Wohnungen an der Neuköllner Jahnstraße verlassen und leben derzeit in Hostels oder Hotels. Ein Brandstifter hatte auf einem Mieterparkplatz insgesamt acht Fahrzeuge und zwei Mopeds in Brand gesetzt. Die Flammen griffen zum Teil auch auf das Wohngebäude über. Statiker erklärten das Mietshaus zwei Tage später für unbewohnbar.

Das ist der traurige Höhepunkt einer nicht abreißen wollenden Reihe von Autobränden in der Hauptstadt. Jeden Monat werden unzählige Fahrzeuge auf Berlins Straße angezündet. Ein Teil von ihnen aus politischen Motiven. Von einer politischen Tat geht der Polizeiliche Staatsschutz am 23. Juli aus. An der Nußbaumallee brannte ein Fahrzeug der armenischen Botschaft direkt vor dem Botschaftsgebäude aus. Der Zentralrat der Armenier in Deutschland vermutet dahinter einen Anschlag von Aserbaidschanern. Ein bewaffneter Grenzkonflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan war vor einigen Wochen erneut ausgebrochen. Der Polizeiliche Staatsschutz schließt nicht aus, dass dieser Hintergrund der Tat ist. Das sei aber laut Polizei bislang nicht belegbar.

Nach Angaben der Polizei wurden mit Stand 23. Juli in 177 Fällen 203 Fahrzeuge direkt angegriffen, zusätzlich wurden weitere 123 Fahrzeuge bei den Brandanschlägen beschädigt.