Körperverletzung

Journalistin will Polizei auf Schadenersatz verklagen

Die 22 Jahre alte Journalistin soll von einem Polizisten mit der Faust geschlagen worden sein.

Die Journalistin sprach von einem „gezielten Schlag“.

Die Journalistin sprach von einem „gezielten Schlag“.

Foto: Julian Stähle

Eine Journalistin, die auf der 1. Mai-Demonstration in Kreuzberg von einem Polizisten verletzt worden sein soll, will die Berliner Polizei auf Schadenersatz und Schmerzensgeld verklagen. Das sagte sie nach Angaben der Deutschen Presseagentur der „taz“. Ein Berliner Polizist soll der 22 Jahre alten Mitarbeiterin eines Fernsehteams mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben.

In der RBB-„Abendschau“ sprach sie von einem gezielten Schlag. Sie fügte hinzu, der Polizist habe dabei einen nicht zugelassenen, plastikverstärkten Handschuh getragen. Eine ärztliche Untersuchung habe ergeben, dass zwei Zähne infolge des Schlags abgebrochen seien.

Auch erlitt die Frau Prellungen im Gesicht. Anwesende Polizeibeamte hätten unmittelbar nach dem Vorfall einen Rettungswagen gerufen. Das Fernsehteam soll zuvor eine Festnahme an der Oranienstraße gefilmt haben. Die Frau zeigte den Vorfall am Tag darauf bei einem Polizeiabschnitt an. Ein Fachkommissariat für Beamtendelikte führt die Ermittlungen wegen Körperverletzung im Amt.

„Die Polizei hat die Presse, die eine öffentliche Aufgabe erfüllt, zu unterstützen und vor Übergriffen zu schützen und nicht niederzuschlagen“, teilte die Landesvorsitzende der Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in Verdi Berlin-Brandenburg, Renate Gensch, mit. Die Frau sei unter anderem wegen einer langen Mikrofonangel eindeutig als Pressevertreterin erkennbar gewesen. Die DJU forderte eine rasche Aufklärung des Falles sowie disziplinarische Konsequenzen.

„Wichtig und richtig, dass die Berliner Polizei das transparent und lückenlos aufklärt“

„Das sind schwerwiegende Vorwürfe, und es ist wichtig und richtig, dass die Berliner Polizei das transparent und lückenlos aufklärt und dementsprechende Ermittlungen eingeleitet wurden. Sollten sich die Angaben der jungen Frau bestätigen, hat der Kollege rein gar nichts in der Polizei verloren“, sagte Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

In unserem Rechtsstaat gelte aber die Unschuldsvermutung, und man solle abwarten, was am Ende stehen bleiben würde, sagte er. „Insbesondere bei Demonstrationen kommt es häufig zu dynamischen Situationen, bei denen unsere Kollegen ad hoc Maßnahmen ergreifen müssen, durch die auch Unbeteiligte in unmittelbarer Nähe versehentlich in Mitleidenschaft gezogen werden können. In jedem Fall wünschen wir der Verletzen alles Gute und eine vollständige Genesung.“