Krankheiten

Neukölln untersagt Gebetsruf der Dar as-Salam Moschee

In Berlin-Neukölln haben sich trotz Kontaktverbots wegen der Corona-Pandemie rund 300 Menschen vor einer Moschee versammelt.

Das Blaulicht auf einem Polizeiauto.

Das Blaulicht auf einem Polizeiauto.

Foto: dpa

Berlin. Neuköllns Gesundheitsstadtrat Falko Liecke hat der Dar as-Salam Moschee die öffentliche Durchführung des Gebetsrufes untersagt. Denn der sei am vergangenen Freitag „Auslöser für massive Verstöße gegen die aktuellen Eindämmungsmaßnahmen“ gegen das Coronavirus gewesen, sagt der CDU-Politiker. „Es ist der Öffentlichkeit nicht zumutbar, das weiter hinzunehmen und auf Besserung zu hoffen.“ Liecke beruft sich dabei auf das Infektionsschutzgesetz und die nach jetzigem Stand bis zum 19. April geltende Eindämmungsverordnung des Berliner Senats.

Trotz Kontaktverbots hatten sich am 3. April vor einer Moschee an der Flughafenstraße laut Polizei rund 300 Personen versammelt. Dem Imam, dem Ordnungsamt und den Polizisten sei es nur zum Teil gelungen, die Menschen dazu zu bewegen, den vorgeschriebenen Abstand zueinander einzuhalten. „Das Gebet wurde im Einvernehmen mit dem Imam vorzeitig beendet“, hieß es. Dabei kam es nach Augenzeugenberichten zu Tumulten.

Ein Verantwortlicher der Moschee sagte später der „Welt“, dass es sich dabei nicht um Mitglieder der Gemeinde gehandelt habe. Die hatte im Vorfeld angekündigt, den Gebetsaufruf täglich um 18 Uhr „als Zeichen des Zusammenhalts in der Corona-Krise“ erklingen lassen zu wollen – gleichzeitig zum Glockenklang der benachbarten Genezareth-Kirche.

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