Raser

Zwei Schwerverletzte nach Raserunfall in Neukölln

Nach einem Raserunfall in Neukölln mussten zwei Beteiligte ins Krankenhaus. Es war das zweite Rennen an diesem Wochenende im Bezirk.

Am Sportwagen des 51 Jahre alten Rasers entstand beim Unfall in Neukölln ein erheblicher Sachschaden. Er selbst musste ins Krankenhaus.

Am Sportwagen des 51 Jahre alten Rasers entstand beim Unfall in Neukölln ein erheblicher Sachschaden. Er selbst musste ins Krankenhaus.

Foto: Thomas Peise

Berlin. Am Wochenende gab es in Neukölln gleich zwei verbotene Kraftfahrzeugrennen. Eines davon endete mit einem Unfall, wobei zwei Menschen schwer verletzt wurden. Das teilte die Berliner Polizei am Sonntag mit.

Demnach flüchtete am Sonnabend gegen 22.30 Uhr ein 51-Jähriger mit einem Camaro Coupe zunächst vor einer Verkehrskontrolle auf der Neuköllner Straße in Rudow. Er soll den Sportwagen dabei gewendet haben und zurück nach Norden gerast sein. Dabei blieb er auf der Gegenfahrbahn der Neuköllner Straße, die ab der Grenze zur Gropiusstadt Rudower Straße heißt. An der Ecke zur Lipschitzallee überquerte er eine rote Ampel und fuhr „weiter durch den ihm ausweichenden Gegenverkehr“, wie die Polizei schreibt.

Ein paar Meter weiter wollte er auf die Johannisthaler Chaussee einbiegen und rammte dabei einen von links kommenden VW eines 24-Jährigen. Beide wurden dabei schwer verletzt und zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Flüchtiger ohne Führerschein wurde per Haftbefehl gesucht

Der 51-Jährige muss sich nun wegen unbefugtem Gebrauch eines Kfz, Fahren unter Alkoholeinfluss und ohne Führerschein und für den Verkehrsunfall verantworten. Nach dem Krankenhaus könnte es für ihn direkt ins Gefängnis gehen. Denn „ein Haftbefehl zur Verbüßung einer Restfreiheitsstrafe lag ebenfalls gegen ihn vor“, schreibt die Polizei in ihrer Mitteilung.

Zuvor raste am Freitagabend um kurz nach 20 Uhr zwei hochmotorisierte Autos an einer Zivilstreife vorbei, während sie an der Grenzallee auf die Autobahn fuhren. Im Britzer Autobahntunnel sollen sie sich dann ein Rennen geliefert haben. „Da sich die beiden anschließend am Autobahnkreuz Schöneberg trennten, konnten die Einsatzkräfte zunächst nur die 24-jährige Mercedesfahrerin kurz nach der Autobahnabfahrt Schloßstraße kontrollieren“, schreibt die Polizei. Ihr Führerschein sei beschlagnahmt worden. Kurz darauf sei auch der gleichaltrige BMW-Fahrer bei der Kontrolle aufgetaucht. Auch er musste seine Fahrerlaubnis abgeben. „Die Auswertung der Videodokumentation aus dem Einsatzfahrzeug und die weiteren Ermittlungen dauern an“, heißt es.

Nach Auskunft des Senats stieg die Zahl der illegalen Autorennen in Berlin zuletzt deutlich an. Während 2018 lediglich 279 solcher Vorfälle gezählt wurden, waren es im vergangenen Jahr mit 360 rund 30 Prozent mehr.

Mehr Raser von der Polizeiauf Berlins Straßen gestoppt

Besonders die Zahl der sogenannten „Einzelrennen“ ist stark gestiegen. So wurden 2018 noch 148 Raser von der Berliner Polizei gestoppt. 2019 waren es schon 253. Außerdem gab es mehr illegale Autorennen mit zwei oder mehr beteiligten, wobei die Zahl aber von 101 auf 107 nur leicht in die Höhe ging. Das die Zahlen stiegen, erklärte Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) zuletzt mit verstärkten Verkehrskontrollen der Polizei. Verhindern könne man diese Rennen allerdings nicht, da sie nicht an bestimmten Brennpunkten, sondern im gesamten Stadtgebiet stattfänden.

In den beiden vergangenen Jahren gab es insgesamt 86 raserbedingte Unfälle. Dabei wurden 22 Menschen leicht und 17 schwer verletzt. 2018 starben außerdem zwei Personen.