Tierquälerei

Tierklinik soll ohne Schmerzmittel operiert haben

Eine Tierklinik in Marzahn-Hellersdorf wurde durchsucht, weil Vierbeiner dort wohl ohne die richtigen Schmerzmittel operiert wurden.

Hund (Symbolbild).

Hund (Symbolbild).

Foto: David Young / dpa

Berlin. Wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Tierschutzgesetz hat die Polizei am Donnerstagvormittag eine Tierklinik in Marzahn-Hellersdorf durchsucht. Zuvor sei von Amts wegen festgestellt worden, dass dort Tiere ohne ausreichend Schmerzmittel operiert wurden. Demnach wurde kein Betäubungs- sondern lediglich Narkosemittel gegeben, wodurch die Tiere lediglich bewusstlos und bewegungsunfähig wurden.

Die Folge solcher Operationen ohne Schmerzausschaltung können eine erhöhte Infektionsrate, schlechtere Wundheilung, verlängerte Genesungszeit und die Entwicklung chronischer Folgeschmerzen sein. Das bezirkliche Veterinäramt verbot der Klinik diese Operationsweise. Die Verantwortlichen sollen sich allerdings nicht daran gehalten haben. In der Klinik wurden neben Hunde und Katzen auch andere Haustiere behandelt.

Bei der Durchsuchung wurde laut Polizei auch „umfangreiches Beweismaterial“ beschlagnahmt. Dieses solle nun ausgewertet werden, um den Umfang der konkreten Verantwortlichkeit zu prüfen. Die weiteren Ermittlungen dauern an und werden von der Staatsanwaltschaft und dem Fachkommissariat für gewerbliche Tierschutzdelikte des Landeskriminalamtes Berlin geführt.

Tierschutzverein verurteilt die Vorgänge

„Hier liegt nicht nur ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vor, die Tierklinik nahm billigend in Kauf, dass die Tiere erhebliche Schmerzen erleiden mussten“, sagt Annette Rost, Sprecherin des Berliner Tierschutzvereins. Tiere, die ein solches Trauma erleben müssten, hätten oft mit den Folgen lange zu kämpfen. „Hilflose Lebewesen, die nicht in der Lage sind, sich einer solche Situation zu entziehen, so zu quälen, verurteilen wir auf das Schärfste.“