Ermittlungen

Berliner Polizist bedroht Kollegen mit Dienstwaffe

Ein Berliner Polizeibeamter soll einen Kollegen mit seiner Dienstwaffe bedroht haben. Das LKA ermittelt die Hintergründe.

Ein Polizist zieht seine Dienstwaffe (Symbolbild).

Ein Polizist zieht seine Dienstwaffe (Symbolbild).

Foto: Matthias Balk / dpa

Berlin.  Ein Polizeibeamter soll am Donnerstagmorgen einen Kollegen mit seiner Dienstwaffe bedroht haben. Beide gehören derselben Einsatzhundertschaft an. Der Bedrohte gab laut Polizeimitteilung gegenüber seinen Vorgesetzten an, er sei zunächst in einen Umkleideraum gekommen. Dort soll ihm der Kollege unvermittelt und aus einer Entfernung von zwei bis drei Metern mit der Waffe auf den Oberkörper gezielt habe.

Der bedrohte Polizist war daraufhin aus dem Raum gelaufen und hatte wenig später einem Kollegen und seinem Vorgesetzten von dem Vorfall berichtet. Dieser hat den Beschuldigten dann mit den Vorwürfen konfrontiert.

Polizist bedroht Kollegen mit Dienstwaffe: Motiv noch völlig unklar

Zum Motiv gebe es „überhaupt noch keine Erkenntnisse“, sagte Polizeisprecherin Anja Dierschke. Der Beschuldigte habe sich zum Vorwurf noch nicht geäußert. Ihm sei die Dienstwaffe samt Munition abgenommen worden. Ob die Pistole geladen war, sei ebenfalls unbekannt.

Die Ermittlungen werden bei dem für Polizeidelikte zuständigen Dezernat des Landeskriminalamts geführt und dauern an. Dabei gelte es nun, Zeugen und den Beschuldigten zu vernehmen, so Dierschke weiter. Welche disziplinarischen Maßnahmen gegen den Beschuldigten ergriffen werden, werde noch geklärt

„Wir haben gestern von dem Vorfall erfahren und sind gespannt, was bei den Ermittlungen herauskommt“, sagte Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei Berlin. „In jedem Fall sollte allen Kollegen klar sein, dass Waffen kein Spielzeug sind und dementsprechend auch auf den Stuben verantwortungsvoll umgegangen werden muss.“ Sollten die Vorwürfe zutreffen, habe der Kollege in der Berliner Polizei „nichts zu suchen“.