Berlin-Neukölln

Großbrand an der Hermannstraße: Polizei sucht Zeugen

In einem Haus an der Hermannstraße in Neukölln hat es gebrannt. Die Ursache ist noch unklar. Die Polizei setzt auf Hinweise von Zeugen.

An der Neuköllner Hermannstraße brennt es in einem Keller.

An der Neuköllner Hermannstraße brennt es in einem Keller.

Foto: Morris Pudwell

Berlin. Nach einem Kellerbrand in Berlin-Neukölln, bei dem 32 Menschen aus einem stark verrauchten Wohnhaus gerettet wurden, laufen die Ermittlungen zur Ursache des Feuers. „Der Brandort ist abgesperrt worden“, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Zunächst war unklar, wann die Ermittler das Gebäude betreten und untersuchen können. „Wir können daher noch nichts zur Entstehung des Brandes sagen“. Ungeklärt ist, ob es sich um ein mutwillig gelegtes Feuer oder einen technischen Defekt handelt. „Wir können noch nichts ausschließen“, so eine Polizeisprecherin. Ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes ermittelt.

Um die Hintergründe des Feuers zu klären, sucht die Polizei nun nach Zeugen. Ein Passant hatte kurz bevor die Feuerwehr gerufen wurde ein Pärchen vor dem Haus gesehen, das möglicherweise etwas zum Brand bemerkt oder gesehen haben könnte.

Die Polizei sucht Zeugen und fragt:

  • Wer hielt sich am Nachmittag des 22. Februar 2020 vor dem Wohnhaus Hermannstraße 72 auf und kann Hinweise zum Brand geben?


  • Wer hat sonst etwas Ungewöhnliches, fremde Personen im Haus oder auf dem Hof bemerkt?

Hinweise nimmt das 1. Brandkommissariat des Landeskriminalamtes Berlin unter der Rufnummer (030) 4664-912100, per E-Mail an lka121@polizei.berlin.de, über die Internetwache oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Rauch breitet sich schnell im gesamten Gebäude aus

An der Hermann- Ecke Okerstraße war am Sonnabend im Keller des sechsgeschossigen Hauses ein Feuer ausgebrochen. Im Erdgeschoss des Gebäudes ist ein Supermarkt untergebracht. Eine Zeuge hatte gegen 16.30 Uhr bemerkt, dass Qualm aus den Kellerfenstern aufstieg und Polizei und Feuerwehr gerufen. "Aufgrund des Brandes kam es zu einer Verrauchung des gesamten Wohngebäudes", sagte Feuerwehrsprecher Dominik Pretz der Berliner Morgenpost. Der Rauch habe sich vom Keller ausgehend schnell in den Wohnungen und der Aldi-Filiale ausgebreitet. Wohnhaus und Supermarkt wurden evakuiert.

Fest steht, dass die Auslöseeinrichtung für den Rauchabzug im Treppenhaus des Neubaus „gewaltsam entfernt“ wurde. Das geht aus dem Einsatzbericht der Feuerwehr hervor, der der Berliner Morgenpost vorliegt. Das sei Teil der Ermittlungen, so die Polizeisprecherin weiter. Dass der Abzug nicht funktionierte, habe dazu geführt, dass „große Teile des Gebäudes stark verraucht“ waren, heißt es in dem Bericht. Die Brandbekämpfung sei dadurch ungleich schwieriger gewesen.

Brand im Wohnhaus: Bewohner waren in "höchster Lebensgefahr"

Die Löscharbeiten hatten sich auch wegen der baulichen Gegebenheiten des Kellers und der großen Hitzeentwicklung kompliziert gestaltet. Dieser sei relativ groß, stark verraucht und sehr vollgestellt gewesen. Daher bestand eine hohe Brandlast. Die Bewohner „wurden aus höchster Lebensgefahr gerettet“, sagte der Sprecher. "Nachts hätte es hier Tote gegeben."

Die Feuerwehr war um 16.30 Uhr alarmiert worden, erst nach fünf Stunden war der Brand unter Kontrolle. Um 22.42 Uhr erklärte die Feuerwehr via Twitter, dass der Einsatz beendet sei. Sie war mit 150 Kräften und 60 Fahrzeugen im Einsatz. Hinzu kamen 30 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr und der Rettungsdienste.

Aus dem Gebäude wurden 32 Personen gerettet. 16 der Menschen wurden laut Feuerwehr über das Treppenhaus ins Freie gebracht. Neun Bewohner konnten das Haus über tragbare Leitern durch den Innenhof verlassen. Sieben Menschen wurden dem Sprecher zufolge über Drehleitern gerettet - davon einer über das Dach, drei von einer Dachterrasse und zwei über Fenster.

25 Menschen kamen nach Angaben der Feuerwehr vom Sonntag mit Rauchgasvergiftungen in Krankenhäuser. Darunter befanden sich sechs Kinder im Alter von einem bis dreizehn Jahren und drei Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren, wie die Polizei mitteilte. Brandverletzungen erlitt keiner von ihnen.

Wegen des Brandes mussten sowohl die Stromversorgung, als auch die Gasversorgung des Hauses unterbrochen werden.

Der Feuerwehreinsatz sorgte am Sonnabend auch für Behinderungen im Nahverkehr. Die U-Bahnen der Linie U8 hielten zeitweise nicht am U-Bahnhof Leinestraße, dessen Eingang direkt vor dem betroffenen Haus liegt. Der Supermarkt im Gebäude musste geschlossen werden.