Berlin-Friedenau

Nach Unfall mit Polizeiauto: Fußgängerin in Klinik gestorben

Eine Zivilstreife hatte mit ihrem Auto in Schöneberg eine Fußgängerin angefahren. Die Frau starb nun an ihren schweren Verletzungen.

Der Fahrer des Wagens soll noch versucht haben, den Zusammenstoß mit einer Ausweichbewegung zu verhindern.

Der Fahrer des Wagens soll noch versucht haben, den Zusammenstoß mit einer Ausweichbewegung zu verhindern.

Foto: Thomas Peise

Berlin. Eine 28-Jährige, die am vergangenen Mittwochabend bei einem Verkehrsunfall mit einem zivilen Polizeifahrzeug in Friedenau lebensbedrohliche Verletzungen erlitten hatte, ist am Samstagmittag in einem Krankenhaus gestorben. Die Ermittlungen zu dem Unfallgeschehen dauern an.

Auf dem Weg zu einem Einsatz hatte das Polizeiauto in Berlin-Friedenau (Schöneberg) die Frau angefahren und lebensgefährlich verletzt. Der zivile Wagen sei nach bisherigen Erkenntnissen mit Blaulicht und Sirene unterwegs gewesen, teilte die Polizei mit. Der Fahrer konnte der 28-Jährigen, die gerade die Rheinstraße über eine Fußgängerfurt überqueren wollte, nicht mehr ausweichen.

Der Fahrer unterzog sich nach Angaben der Polizei freiwillig zwei Atemalkoholmessungen - einmal bei der Dienststelle, in deren Bereich der Unfall geschah, und einmal bei der Dienststelle, die den Unfall aufnahm. In beiden Fällen sei das Ergebnis negativ ausgefallen, hieß es. Auch bei einer Fahrtüchtigkeitsprüfung seien keine Ausfallerscheinungen bei dem Mann festgestellt worden.

Auto einer Zivilstreife erfasst Fußgängerin: Frau erlitt lebensbedrohliche Verletzungen

Rettungskräfte brachten die schwer verletzte Fußgängerin ins Krankenhaus. Die Zivilstreife war laut Polizei gegen 21 Uhr auf dem Weg zum U-Bahnhof Innsbrucker Platz gewesen - wegen eines Falls von Körperverletzung.

Erst vergangenen Freitag war in Berlin-Marzahn ein 30-Jähriger von einem Funkwagen der Polizei angefahren worden, der Mann starb an seinen schweren Verletzungen. Wesentliche Details wie die Frage, ob mit Sirene gefahren wurde, blieben dabei zunächst unklar. Die Polizei wollte Zeugen und den Fahrer befragen sowie den im Auto eingebauten Unfalldatenschreiber auswerten. Ein Sprecher der Polizei konnte am Donnerstag keine Auskunft zu etwaigen Erkenntnissen geben und verwies auf die laufenden Ermittlungen. Diese gelte es abzuwarten.

Vor rund einem Monat wurde ein Berliner Polizist angeklagt, der im Januar 2018 mit einem Polizeiauto nahe dem Alexanderplatz einen Wagen einer 21-Jährigen gerammt hatte. Die Frau war noch an der Unfallstelle gestorben. Dem 52-Jährigen werden fahrlässige Tötung und Gefährdung des Straßenverkehrs durch Alkohol am Steuer vorgeworfen. In der Folge hatte Polizeipräsidentin Barbara Slowik allen Beamten empfohlen, bei schweren Unfällen freiwillig einen Atemalkoholtest zu machen, „um jedem Verdacht vorzubeugen“.

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