Video aufgetaucht

Nach Drift vor Bahnhof Zoo: 22-Jähriger stellt sich

Vor dem Bahnhof Zoo driftete ein Maserati über die Kreuzung und fuhr dann in den Gegenverkehr. Nun stellte sich einer der Fahrer.

Auf der Kreuzung vor dem Bahnhof Zoologischer Garten hat ein Maserati-Fahrer mit wilden Manövern für Aufsehen gesorgt. Laut ersten Erkenntnissen der Polizei sollen die Autos zu einem Hochzeitskorso gehört haben.

Auf der Kreuzung vor dem Bahnhof Zoologischer Garten hat ein Maserati-Fahrer mit wilden Manövern für Aufsehen gesorgt. Laut ersten Erkenntnissen der Polizei sollen die Autos zu einem Hochzeitskorso gehört haben.

Foto: Screenshot Twitter

Berlin. Nach dem gefährlichen Drift mit einem Maserati am Bahnhof Zoo hat sich am Freitag einer der Fahrer der Berliner Polizei gestellt. Das bestätigte ein Polizeisprecher auf Nachfrage der Berliner Morgenpost. Er habe sich gegen 15 Uhr auf einer Wache in Spandau gestellt und angegeben, der Fahrer des Maserati zu sein, der auf diversen Videos zu sehen ist, so der Sprecher. Der 22-Jährige befindet sich wieder auf freiem Fuß. Gegen ihn wird nun unter anderem wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt.

Zuvor waren in dieser Woche in sozialen Medien Videos aufgetaucht, in denen zu sehen ist, wie ein schwarzer Maserati an der Kreuzung über den Asphalt driftete. Der Vorfall trug sich laut Polizei am Sonntagnachmittag am Bahnhof Zoo zu. Die "B.Z." hatte zuerst über die Videos berichtet. Laut ersten Erkenntnissen der Polizei sollen die Autos zu einem Hochzeitskorso gehört haben.

Ein Video zeigt, wie ein Mann im schwarzen Anzug auf der Straße die türkische Fahne schwenkt. Die anderen Autos warten an der Ampel, die offensichtlich „rot“ anzeigt. Die Limousine dreht sich derweil mehrfach, Rauch steigt auf, obwohl auf den umliegenden Bürgersteigen Dutzende Menschen stehen.

Der Beifahrer lehnt sich aus dem Fenster und filmt offenbar mit seinem Handy. Der Fahnenträger wedelt währenddessen weiter mit seiner Flagge. Ein weiteres Video zeigt, dass der Maserati möglicherweise Teil eines Hochzeitskorsos war. Im Hintergrund ist eine festlich geschmückte Limousine zu erkennen.

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Drift am Bahnhof Zoo: Offenbar auch verbotenes Autorennen

Kurz darauf kommen zwei weitere Männer in Anzügen hinzu. Die Ampel zeigt nun offenbar wieder „grün“, die anderen Autos fahren los. Der „Drifter“ fährt in den Gegenverkehr, während ein weiteres Auto, das offenbar zu der Gesellschaft gehört, ebenfalls direkt vor wartenden Fußgängern, driftet, wendet und über eine Fußgängerinsel fährt.

Die Polizei erklärte, sie habe das Video am Mittwoch zugespielt bekommen. Man gehe davon aus, der Sachverhalt habe sich wie im Video zugetragen. Augenzeugen hätten den Vorfall der Polizei geschildert, außerdem liege weiteres Videomaterial vor. Womöglich habe es auch ein verbotenes Autorennen gegeben.

Maserati-Besitzer zeigt sich "überrascht" über das Drift-Video

Der Besitzer des Maserati, laut "Bild"-Zeitung ein Berliner Gastronom, der in Potsdam ein Restaurant leitet, zeigte sich gegenüber der Zeitung "überrascht" über das Video. "Ich mache so was nicht, ich bin definitiv nicht gefahren".

Seine Frau sei die Halterin des Sportwagens; auch sie sei am Sonntagnachmittag am Bahnhof Zoo nicht gefahren. Außerdem sagte der Mann der Zeitung zu den Drift-Szenen in der Berliner City: „Das passiert, wenn die Söhne keinen Respekt haben. Ich wusste das nicht.“

Ein Sohn des Maserati-Besitzers hatte gegenüber der Zeitung angekündigt, dass sich ein Fahrer am Freitag (14. Februar) der Polizei stellen werde. Dies bestätigte sich am späten Freitagnachmittag.

Immer wieder Probleme bei Hochzeitskorsos in Berlin

In der Vergangenheit gab es in Berlin immer wieder Probleme mit Hochzeitskorsos auf Berliner Straßen. Derzeit muss sich vor dem Amtsgericht Tiergarten ein 21-Jähriger verantworten, weil er bei einem riskanten Fahrmanöver die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und eine Frau verletzt haben soll.

Im Dezember wurde in Friedrichshain ein 24-Jähriger festgenommen. Er soll bei einem Korso an der Simon-Dach-Straße erst aus dem Auto und später von einem Balkon mit einer Schreckschusspistole Schüsse abgefeuert haben.

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