Organisierte Kriminalität

Reisepässe manipuliert: Bürgeramtsmitarbeiterin verhaftet

In Berlin wurden mehrere Haftbefehle wegen Korruptionsverdachts bei der Beschaffung von Aufenthaltstiteln vollstreckt.

Die Beschuldigten stehen laut Mitteilung in Verdacht, in mindestens sieben Fällen Reisepässe manipuliert zu haben.

Die Beschuldigten stehen laut Mitteilung in Verdacht, in mindestens sieben Fällen Reisepässe manipuliert zu haben.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Berliner Ermittler haben seit Donnerstagfrüh „mehrere Haftbefehle und Durchsuchungsbeschlüsse im Berliner Stadtgebiet wegen Korruptionsverdachts bei der Beschaffung von Aufenthaltstiteln vollstreckt“. Das teilte die Berliner Generalstaatsanwaltschaft auf Twitter mit.

Die Beschuldigten stehen laut Mitteilung in Verdacht, in mindestens sieben Fällen Reisepässe manipuliert zu haben. Dabei sollen zuvor gestohlene Blanko-Aufenthaltstitel durch die Mitarbeiterin eines Bürgeramtes gegen Schmiergeldzahlungen mit scheinlegalen Niederlassungserlaubnissen versehen worden sein. Auf diese Weise wurde Ausländern legaler Aufenthalt in Deutschland verschafft. Die Mitarbeitern des Bürgeramts soll jeweils 5000 Euro für die Manipulationen erhalten haben.

Gegen den 43 Jahre alten Organisator der Bestechungen und die 36 Jahre alte Mitarbeiterin des Bürgeramtes ergingen Haftbefehle. Vier Wohnungen und das Büro der Bürgeramtsmitarbeiterin wurden durchsucht. Dabei wurden Handys und Schriftstücke sichergestellt, die nun ausgewertet werden. Die Ermittlungen dauern an. In der Wohnung der 36-Jährigen seien 28.000 Euro in bar gepfändet worden.

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