Anschlag auf Auto

CDU-Stadtrat Liecke will sich nicht einschüchtern lassen

Das Auto seiner Frau wurde angezündet. Neuköllner CDU-Stadtrat vermutet arabische Clans, Islamisten oder Linksextremisten als Täter.

Auto der Frau von Stadtrat angezündet

Unbekannte haben den VW der Frau von Neuköllns Jugendstadtrat Falko Liecke angezündet.

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Berlin. Nach einem Brandanschlag auf das Auto seiner Frau will sich der stellvertretende Neuköllner Bezirksbürgermeister Falko Liecke (CDU) weiter gegen Extremismus und Kriminalität engagieren. „Ich lasse mich nicht einschüchtern, ich bleibe meiner Linie treu“, sagte Liecke am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. „Ich stelle meine politische Arbeit nicht ein“, betonte der CDU-Politiker.

Am Sonnabendmorgen war das Auto von Lieckes Frau vor dem gemeinsamen Haus in Treptow-Köpenick angezündet worden. Der VW Golf brannte komplett aus. Das bestätigte Liecke der Berliner Morgenpost.

„Ich habe es knallen hören“, sagte der Politiker. Da allerdings in seiner Straße derzeit Bauarbeiten stattfinden würden, habe er an Baulärm gedacht und sei wieder eingeschlafen. „Aber dann hat eine Nachbarin bei uns geklingelt.“ Als Liecke gegen kurz vor sechs Uhr morgens dann auf die Straße getreten sei, wurde sein Auto bereits gelöscht. „Polizei und Feuerwehr waren schon da“, berichtete der CDU-Politiker.

Stadtrat Liecke vermutet gezielten Anschlag

Liecke vermutet, dass der Anschlag ihm als Politiker gegolten habe. Zwar sei das bislang alles reine Spekulation, betonte er. „Aber ich kann mir sowohl Linksextremisten, wie auch Clanmitglieder oder Islamisten als Täter vorstellen“, sagte Liecke. Seine Adresse sei im Melderegister gesperrt. „Das muss schon ein ziemlicher Aufwand gewesen sein, meine Adresse herauszufinden“, so Liecke weiter.

Zudem befände sich das Haus von ihm und seiner Frau – einer Polizistin – in einem ruhigen Viertel, in dem solche Brandanschläge bislang nicht vorgekommen seien. Bei der Berliner Polizei übernahm mittlerweile der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz des Landeskriminalamtes die Ermittlungen.

Falko Liecke wurde in der Vergangenheit bedroht

Liecke erklärte, dass er in der Vergangenheit durchaus bedroht worden sei, in jüngster Zeit aber keine Hassmails mehr an ihn gesendet worden seien. „Deshalb überrascht mich der Anschlag jetzt zu dieser Zeit fast ein bisschen.“ Der Neuköllner Stadtrat betonte aber gleichzeitig, dass er sich von dem Brandanschlag nicht einschüchtern lassen wolle. „Natürlich: Das war heute ein Schock und Schreck. Aber ich lasse mich in meiner politischen Arbeit und meinen Positionen nicht einschüchtern.“ Er wolle weiterhin gegen Extremismus und Kriminalität kämpfen. Ein mulmiges Gefühl würde aber zumindest in nächster Zeit bleiben, vermutet Liecke. „Ich werde mich jetzt sicher öfters umschauen.“

Berlins CDU-Chef Kai Wegner twitterte, er verurteile den "feigen Anschlag" auf seinen Freund und dessen Frau zutiefst. Die CDU Berlin lasse sich nicht einschüchtern. Gewalt dürfe niemals ein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein.

Burkard Dregger, Chef der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, erklärte: „Ich verurteile den Brandanschlag auf das Auto der Frau unseres Stadtrates Falko Liecke auf das schärfste. Es ist ein Angriff auf alle Berliner und der untaugliche Versuch, unsere politischen Vertreter einzuschüchtern.“ Der Stadtrat habe sich im Kampf gegen Clan- und Drogenkriminalität über Berlin hinaus einen Namen gemacht.

Mehrere Politiker zeigten sich solidarisch mit Liecke. Die SPD Neukölln schrieb auf Twitter: „Volle Solidarität mit Familie Liecke. Gewalt darf nie Mittel politischer Auseinandersetzung sein.“ Und Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin erklärte: „An dieser Stelle hoffen wir, dass nicht nur Falko Liecke sich davon nicht abschrecken lässt, sondern auch unsere Kollegin vom Abschnitt 55, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, 24 Stunden, sieben Tage die Woche für Menschen in dieser Stadt im Einsatz zu sein und deren Golf dafür letzte Nacht in Flammen aufging.“