Tegel

In U-Bahn und auf der Straße: Mann attackiert fünf Personen

Eine halbe Stunde zog ein 27 Jahre alter Gewalttäter durch Tegel. Er griff insgesamt fünf Menschen an – darunter auch ein kleines Kind.

Ein Polizeiwagen mit eingeschaltetem Blaulicht

Ein Polizeiwagen mit eingeschaltetem Blaulicht

Foto: Carsten Rehder / dpa

Nach einem halbstündigen Gewaltexzess quer durch Tegel musste die Polizei am Dienstagnachmittag einen 27-Jährigen festnehmen. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte er zunächst gegen 16 Uhr am U-Bahnhof Alt Tegel einen Vater und seinen Sohn angegriffen. Laut Zeugenaussagen soll er den 52-Jährigen auf einer Treppe von hinten gestoßen haben, so dass der beinahe herunterfiel.

Anschließend folgte der 27-Jährige Vater und Sohn in die U-Bahn und soll dem vierjährigen Jungen dort in den Bauch getreten haben. Glücklicherweise streifte der Fuß von dem kleinen Kind ab, so dass es unverletzt blieb.

Ungefähr zehn Minuten später setzte der Mann seinen Exzess fort. An der Bushaltestelle Berliner Straße/Veitstraße soll er einem 15-Jährigen das Telefon aus der Hand geschlagen und es dann weggeworfen haben. Das Gerät wurde dadurch beschädigt. Gegen 16.15 Uhr soll der Verdächtige dasselbe an der Kreuzung Berliner und Brunowstraße getan haben. Diesmal war eine 35 Jahre alte Frau das Opfer.

Mann nach Gewaltexzess in Tegel festgenommen: Frau zu Boden gerissen und getreten

Um 16.30 Uhr war der Gewalttäter schließlich am U-Bahnhof Holzhauser Straße angelangt, wo er auf der Straße eine 25-Jährige attackiert und ebenfalls das Handy entrissen haben soll. Als die Frau den Angreifer in ihrer Überraschung festhielt, soll er sie zu Boden gedrückt und dann getreten haben. Erst als Passanten dazwischen gingen, ließ er von ihr ab und flüchtete.

Die Zeugen nahmen jedoch die Verfolgung auf und konnten ihn nach kurzer Strecke stellen, festhalten und der bereits verständigten Polizei übergeben. Diese brachte den Mann in ein Polizeigewahrsam. Dort wurde er dem zuständigen Kommissariat der Polizeidirektion 1 überstellt. Ihm wird versuchter Raub, zweifacher Diebstahl und zweifache Körperverletzung vorgeworfen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde er einem Haftrichter zum Erlass eines Haftbefehles vorgeführt.

Keine Erkenntnisse über eine psychische Erkrankung

Das Motiv für den Gewaltexzess bleibt zunächst unklar. Erkenntnisse über Alkohol, Drogen oder eine Verwirrung gebe es nicht, sagte ein Polizeisprecher. Entsprechend befände sich der 27-Jährige nicht in einem Krankenhaus, sondern regulär in Untersuchungshaft. „Sollte sich im Rahmen der weiteren Vernehmungen herauskristallisieren, dass psychische Erkrankungen vorliegen, werden Ärzte hinzugezogen oder gegebenenfalls ein Gutachten erstellt.“