Raser

Verfolgungsfahrt endet mit Verletzten und Sachschaden

Ein offenbar psychisch Kranker flüchtet vor der Polizei und verletzt mehrere Beamte. In Moabit wird ein Raser aus dem Verkehr gezogen.

Ein Polizeiauto rammte den flüchtenden Wagen. Auch ein Jaguar wurde beschädigt.

Ein Polizeiauto rammte den flüchtenden Wagen. Auch ein Jaguar wurde beschädigt.

Foto: Reto Klar

Vier verletzte Polizisten, kaputte Funkwagen, ein gerammter BVG-Bus und demolierte Pkw. Ein vermutlich geistig verwirrter Mann war am Sonntagabend vor der Polizei geflüchtet und hatte eine Spur der Verwüstung in Kreuzberg und Tempelhof hinterlassen.

Eine Spur der Verwüstung

Nach Informationen der Polizei wollte eine Funkwagenbesatzung des Abschnitts 53 gegen 19.40 Uhr einen Toyota und den 33-jährigen Fahrer an der Gabriele-Tergit-Promenade in Kreuzberg kontrollieren. Der Fahrer raste jedoch davon und verursachte bei seiner Flucht eine Reihe von Verkehrsunfällen. Wie die Polizei mitteilte krachte das Fluchtfahrzeug auf der Dudenstraße mit einem verfolgenden Funkwagen zusammen. Ebenfalls auf der Dudenstraße kam es zu einem Zusammenstoß mit einem BVG-Bus der Linie 104. An der Mussehlstraße stieß das Fluchtfahrzeug mit einem Ford zusammen und auf dem Schulenburgring fuhr der 33-Jährige in einen geparkten Jaguar. Die Wucht des Aufpralls war so stark, dass der Jaguar noch in einen geparkten BMW geschoben wurde.

Vier Polizisten verletzt

Zwei Streifenwagen wurden zum Ende der Flucht ebenfalls demoliert. Wie die Polizei mitteilte, hatten Beamte Unterstützung angefordert. Die beiden Funkwagen der Abschnitte 33 und 34 die die Kollegen des Abschnitts 53 unterstützen sollten, wurden ebenfalls von dem 33-Jährigen gerammt. Bei der Verfolgung wurden insgesamt vier Polizisten verletzt, drei von ihnen mussten am Sonntagabend ihren Dienst beenden.

Fahrer unter Drogen- und Alkoholeinfluss

Der Fahrer des Toyotas wurde ebenfalls verletzt. Nach seiner Festnahme am Schulenburgring brachten ihn Rettungskräfte der Feuerwehr in ein Krankenhaus, wo er stationär aufgenommen wurde. Da der Verdacht auf Alkohol- und Drogenmissbrauch bestand, wurde ihm in der Klinik Blut entnommen. Ein Ergebnis steht noch aus. Nach Angaben der Polizei wurde der Mann nicht aufgrund seiner Verletzungen aufgenommen, die Ärzte im Krankenhaus wollten ihn psychologisch begutachten. Entsprechende Hinweise haben vorgelegen, heißt es.

Straßen für Spurensicherung bis Mitternacht gesperrt

Die Bereiche rund um die Unfallstellen wurden für die Spurensicherung bis Mitternacht gesperrt. Nach Angaben der Polizei waren zwei Funkwagen nach den Verkehrsunfällen nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Die Ermittlungen zu den Verkehrsunfällen, dem Fahren ohne Fahrerlaubnis und unter Beeinflussung von Alkohol und Drogen hat der Verkehrsermittlungsdienst der Direktion 4 übernommen.

Illegales Autorennen mit unterschlagenem Mietwagen

Nahezu zeitgleich beschlagnahmten Polizisten des Abschnitts 35 den Pkw und Führerschein eines Rasers in Moabit in Mitte. Der Audifahrer fiel der Streife gegen 19.30 an der Müller- Ecke Ostender Straße durch seine rasante Fahrweise auf. Der 25-Jährige war Richtung Leopoldplatz unterwegs und wechselte mit hohem Tempo mehrfach die Fahrstreifen. Um Unfälle zu vermeiden, mussten andere Autofahrer stark abbremsen. Die Polizei beobachtete auch, dass der Mann mit durchdrehenden Reifen und aufheulendem Motor über die Straßen raste. Auf der Putlitzbrücke stoppten sie den Mann in seinem Audi. Wie die Polizei mitteilte, ergaben die Kontrollen, dass die Fahrzeugidentifikationsnummer nachträglich eingestanzt und der Fahrer einen falschen Fahrzeugschein bei sich trug. Laut Polizei handelt es sich bei dem Pkw offensichtlich um einen Mietwagen, mit dem der 25-Jährige unterwegs war. Die Ermittler müssen nun auch die Besitz- und Eigentumsverhältnisse des Mietwagens feststellen. Der Fahrer muss sich wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens, Unterschlagung sowie Urkundenfälschung verantworten.