Kriminalität

Brandstifter zünden drei Autos in Berlin an

In Charlottenburg, Lichtenberg und Neukölln sind in der Nacht zu Sonntag drei Autos abgebrannt. Die Polizei geht von Vorsatz aus.

An der Wollenberger Straße in Hohenschönhausen brannte ein Opel vollständig aus. Der dahinter stehenden Lkw wurde nicht beschädigt.

An der Wollenberger Straße in Hohenschönhausen brannte ein Opel vollständig aus. Der dahinter stehenden Lkw wurde nicht beschädigt.

Foto: Thomas Peise

Berlin. In der Nacht zu Sonntag sind in Berlin drei Autos angezündet worden. Passanten bemerkten gegen 22.10 Uhr Rauch an einem Parkplatz auf dem Mittelstreifen der Masurenallee in Westend. Die Feuerwehr wurde alarmiert und konnte die Flammen löschen. Dabei konnte aber nicht verhindert werden, dass der Peugeot vollständig ausbrannte. Auch ein daneben stehender Renault wurde beschädigt.

Etwa eine Stunde später musste die Feuerwehr an der Wollenberger Straße in Hohenschönhausen anrücken. Dort hatten Passanten um 23.10 Uhr Flammen an einem Opel Vectra bemerkt. Auch dieser brannte vollständig aus. Die Einsatzkräfte konnten allerdings verhindern, dass das Feuer auf einen dahinter stehenden Lkw übergriff.

Fast zeitgleich um 23.15 Uhr hatten Unbekannten am Kölner Damm in Gropiusstadt einen BMW angezündet, der am Fahrbahnrand geparkt war. Er wurde aber nur im Front- und Heckbereich beschädigt, weil die Feuerwehr einen Benzinkanister rechtzeitig aus dem Auto entfernen konnte. Verletzt wurde bei allen drei Bränden niemand.

Das Brandkommissariat des Landeskriminalamtes (LKA) hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Auch am Mädewalder Weg in Kaulsdorf brannte der Motorraum eines Audi. Da sich die Feuerwache in unmittelbarer Umgebung befindet, konnte das Feuer schnell gelöscht werden. Hierbei handelte es sich nach Angaben der Polizei aber um einen technischen Defekt.

Insgesamt 450 Fälle in diesem Jahr

Fast jede Nacht gehen in Berlin Autos in Flammen auf. Allein im Oktober fielen insgesamt 41 Fahrzeuge Brandstiftern zum Opfer. Im September waren es 37, im Juli und August jeweils 60. Die Gesamtzahl betrug Anfang November 450.

Die Taten wurden in nahezu allen Berliner Bezirken verübt, wobei die Schwerpunkte im Osten der Stadt sowie in Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte lagen. Die Polizei geht dabei nur in den wenigsten Fällen von politischen Motiven aus – dann, wenn Bekennerschreiben im Internet erscheinen oder vor Ort hinterlassen werden. In diesen Fällen übernimmt der Staatsschutz die Ermittlungen. Häufiger scheint blinde Zerstörungswut der Antrieb zu sein. Immer wieder werden Verdächtige festgenommen. Der jüngste war gerade 14 Jahre alt.