Prozess in Berlin

Einbrecher steigen gleich viermal in Villa in Dahlem ein

Ein Einbruch in eine Villa in Dahlem bescherte den Tätern Beute im Wert von 580.000 Euro. Doch sie wollten mehr.

Der Angeklagte am Mittwoch im Landgericht.

Der Angeklagte am Mittwoch im Landgericht.

Foto: Olaf Wagner

Max I. ist, so scheint es zumindest, kein gewöhnlicher Einbrecher. Vielmehr hatte der 34-Jährige offenbar eine besondere Vorliebe für eine einzelne Villa in Dahlem. Gleich viermal ist er dort zusammen mit noch unbekannten Komplizen eingestiegen. Zweimal gab es reiche Beute, beim dritten Mal wurden die Täter vom Hauseigentümer vertrieben und beim vierten Mal wartete bereits die Polizei. Am Mittwoch begann der Prozess vor dem Landgericht.

Gleich zu Beginn legte der Angeklagte ein umfassendes Geständnis ab. Ein Komplize hätte Ende vergangenen Jahres den Tipp bekommen, „in dem Bau sei viel zu holen“. Der „Bau“ ist eine schmucke Villa, in der ein 51-jähriger Kunstsammler mit seiner Familie lebt. Als der Angeklagte und seine Komplizen im Dezember 2018 das erste Mal einbrachen, war die Familie gerade im Urlaub. Und der Einstieg erwies sich als relativ einfach. Mithilfe aufeinander gestapelter Gartenmöbel gelangten die Täter auf die Dachumrandung des Hauses und von dort durch ein schnell aufgehebeltes Fenster ins Innere.

Silberbesteck, Kunstgegenstände, technische Geräte

Mit so vielen Wertgegenständen hatten die Täter offenbar aber nicht gerechnet. Hastig rafften sie ein Silberbesteck, technische Geräte und Kunstgegenstände im Wert von 107.000 Euro zusammen, verschwanden mit der Beute und beschlossen, der Villa in jedem Fall noch einen zweiten Besuch abzustatten. Der fand im April 2019 statt, diesmal waren die Eindringlinge besser vorbereitet und trugen Beute im Wert von 470.000 Euro hinaus.

Regelrecht begeistert über die schier unbegrenzten Möglichkeiten in diesem Objekt, entschlossen sich die Täter zu einem weiteren Einbruch nur vier Wochen später. Diesmal konnte der Hausherr die ungebetenen Gäste allerdings durch lautes Rufen vertreiben. Und beim letzten Mal wartete die Polizei, der Angeklagte und ein Komplize wurden festgenommen. In der Wohnung von Max I. stellten die Ermittler gleich darauf Beute im Wert von 200.000 Euro sicher.

Viel hat I. von den Einbrüchen noch nicht gehabt. Aus dem bisherigen Verkauf der gestohlenen Wertsachen erhielt er gerade einmal 7000 Euro. Er habe gar nicht gewusst, was „das Zeug“ wert war, so I. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.