Tödlicher Unfall

Baum fällt in Grunewald auf Auto: Fahrerin stirbt

An der Koenigsallee in Grunewald ist am Montagabend ein Baum auf ein fahrendes Auto gestürzt. Die 40 Jahre alte Fahrerin starb.

Der Unglücksort: Die gelbe Markierung zeigt, wo der Baum auf das Auto der 40-Jährigen stürzte.

Der Unglücksort: Die gelbe Markierung zeigt, wo der Baum auf das Auto der 40-Jährigen stürzte.

Foto: Maurizio Gambarini

Berlin. Sie waren mit ihrem Auto auf der Koenigsallee in Grunewald unterwegs, nicht ahnend, dass ein furchtbares Unglück bevorstand. Dann krachte es schrecklich – ein Baum war auf das fahrende Auto gestürzt. Kein Sturm, kein Unwetter hatte ihn zu Fall gebracht, sogar der Regen hatte zu diesem Zeitpunkt aufgehört. Die 40 Jahre alte Fahrerin des Autos kam ums Leben, wie die Berliner Polizei am Dienstag mitteilte.

Die Frau war am Montagabend gegen 20.30 Uhr zusammen mit ihrem 45 Jahre alten Ehemann in einem Land Rover in Richtung Hagenstraße unterwegs. Etwa 500 Meter hinter der Kreuzung Koenigsallee und Hüttenweg kam es zu dem tragischen Ereignis. Der Sturz des Baumes erfolgte laut Polizei „plötzlich und ohne erkennbaren Grund“.

Dadurch wurde die Frau so schwer verletzt, dass sie noch am Unfallort wiederbelebt werden musste. Sie kam anschließend mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus, wo sie noch in der Nacht ihren schweren Verletzungen erlag. Der Ehemann erlitt leichte Verletzungen, die ebenfalls in einem Krankenhaus behandelt wurden. Das Fahrzeug kam auf ein Sicherstellungsgelände, der Verkehrsermittlungsdienst hat die weiteren Ermittlungen zu dem Unfall aufgenommen.

Einsatzkräfte der Feuerwehr entfernten den Baum von der Fahrbahn. „Wir bedauern diesen tragischen Unfall zutiefst“, sagte ein Sprecher des Landesforstamtes. Der Baum steht im Zuständigkeitsbereich der Berliner Forsten, die für dort die Pflege des Waldes übernommen haben. „Wir werden alle notwendigen Untersuchungen schnellstmöglich einleiten.“ Die Bäume würden regelmäßig vom Forstamt in Augenschein genommen.

Tote Wurzel könnte Folge der Dürre im Sommer sein

Das bestätigt auch Derk Ehlert, Referent in der Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr. „Es ist ein extrem seltener tragischer Einzelfall“, sagt Ehlert am Dienstag. Noch sei es nicht erklärbar, warum der Baum umgefallen ist. Allerdings habe man an dem umgefallenen Baum gesehen, dass die Wurzeln einen stark geschädigten Eindruck gemacht haben. „Die Wurzeln waren abgestorben und vertrocknet“, so Ehlert. Das könnte durchaus eine Folge der Dürre dieses Jahres sein.

Der Stamm des Spitzahorn hat einen Durchmesser von 40 Zentimetern. Er gehört zu den 430.000 Straßenbäumen in Berlin, die regelmäßig einmal im Jahr kontrolliert werden. Dafür sind je nach Gebiet die Forsten und die Bezirke zuständig. „Die letzte Kontrolle an diesem Baum war im Februar 2019“, sagt Ehlert. Zu diesem Zeitpunkt habe der Baum keinerlei Schäden oder erkennbare Risiken gezeigt. Noch im Jahr zuvor hätte es einige routinemäßige Astarbeiten an dem Gewächs gegeben. Wahrscheinlich mussten Sturmschäden, also anderer Äste, die sich in der Krone verfangen hatten, beseitigt werden.

„Bäume zeigen an, wenn es ihnen nicht gut geht“, so Ehlert. Es sei an der Krone oder an Rissen zu sehen. Sobald das der Fall sei, würde das Gehölz in eine besondere Kategorie eingeordnet und in kürzeren Abständen nachkontrolliert werden. Aber all das sei bei dem Spitzahorn nicht der Fall gewesen. „Er zeigte keinerlei Auffälligkeiten“, sagte Ehlert.

Erst im August dieses Jahres hatte Elmar Kilz, der Waldschadensbeauftragte der Berliner Forsten und Forstamtsleiter im Grunewald, Einblicke in die Kontrollen des Baumbestandes gegeben. Es war die Zeit der Begutachtung – die Daten fließen in den bundesweiten Waldzustandsbericht. Der Bericht gibt Aufschluss über die Gesundheit und die Vitalität der Bäume, gerade nach extremen Witterungsbedingungen wie Hitze und Trockenheit. Zu diesem Zeitpunkt konnte Elmar Kilz noch Entwarnung geben, als er sagte: „Der Berliner Wald hat keine flächenmäßigen Schäden.“ Weder würden die Bäume reihenweise absterben, noch drohten wichtigen Baumarten zu verschwinden. Dennoch gebe es Exemplare, die in einem bedauernswerten Zustand sind. Als Beispiel zeigte er eine Birke und eine Buche, die unter Blattverlust litten oder schon im Sommer gelbe Blätter hatten.

Ist jetzt jeder Straßenbaum eine Gefahr? „In Steglitz-Zehlendorf werden zuerst die Straßenbäume kontrolliert, die die Verkehrssicherheit gefährden“, erklärte Umweltstadträtin Maren Schellenberg am Dienstag. Nach dem zweiten Dürresommer in Folge gebe es viele Schäden. Die Trockenheit habe die Bäume insgesamt stark geschwächt. Mehr als tausend Bäume mussten auf bezirkseigenen Flächen gefällt werden.

Eine Google Map zeigt den ungefähren Ort im Grunewald, an dem der Baum auf das Auto stürzte.