Anschlag

Linksextreme bekennen sich zu Steinwurf auf Polizei

In Alt-Treptow ist ein Anschlag auf ein ziviles Polizeiauto verübt worden. In der Nacht zu Sonntag wurden Rettungssanitäter attackiert.

Auf der Windschutzscheibe

Auf der Windschutzscheibe

Foto: Morris Pudwell

Berlin. Nach dem Angriff auf ein ziviles Polizeiauto in der Nacht zu Sonnabend in Alt-Treptow ist auf der linksextremen Internetseite Indymedia ein Bekennerschreiben veröffentlicht worden. In dem Schreiben wird der Steinwurf auf Zivilkräfte versucht zu rechtfertigen.

Unbekannte hatten in der Nacht zu Sonnabend gegen 2.30 Uhr einen Pflasterstein von einer ehemaligen Eisenbahnbrücke an der Bouchèstraße auf das Fahrzeug, das mit Blaulicht unterwegs war, geworfen. Der Pflasterstein traf die Windschutzscheibe. Diese zersplitterte, zerbrach aber nicht. Einige Splitter gelangten aber ins Wageninnere.

Wie die Polizei am Sonnabend mitteilte, wurde der Beifahrer durch umherfliegende Glassplitter am Hals getroffen und leicht verletzt. Seine beiden Kollegen erlitten einen Schock. Das Team beendete den Dienst.

„Wer Steine von Brücken auf fahrende Fahrzeuge wirft, kann die Folgen niemals abschätzen und riskiert auf unglaubliche feige Art und Weise mutwillig schwerste Verletzungen und den Tod anderer Menschen. Ich hoffe, dass die Kollegen diesen Angriff ordentlich verarbeiten können und man Polizisten auch in dieser Stadt endlich als das sieht, was sie sind – Menschen“, erklärte GdP-Sprecher Benjamin Jendro am Sonnabend.

Die Tatverdächtigen konnten flüchten

Polizisten suchten nach den Tatverdächtigen in der Nähe, konnten diese aber nicht finden. Auf der Fahrbahn unter der Brücke lagen weitere Pflastersteine. Weitere Autos wurden nicht beschädigt.

Die Ermittlungen zu dem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, der Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel und der versuchten gefährlichen Körperverletzung dauern an und wurden von der Kriminalpolizei der Direktion 6 übernommen.

Rettungskräfte von Betrunkenen attackiert

In den vergangenen Tagen wurden in Berlin auch mehrfach Rettungskräfte attackiert. Nach Informationen der Berliner Morgenpost wurde bereits am Freitag die Besatzung eines Rettungswagens an der Schnellerstraße von einem alkoholisierten und aggressiven Patienten angegriffen. Verletzt wurde niemand. Die Feuerwehr erstattete Anzeige.

Am Sonnabendabend wurde an der Burgstraße in Mitte eine Bierflasche auf einen Rettungswagen geschleudert. Der Rettungswagen war gerade auf der der Rückfahrt vom Bundeswehr-Krankenhaus. Am Rettungswagen entstand leichter Sachschaden, die Besatzung wurde nicht verletzt. Die Täter konnten nicht ermittelt werden. Die Polizei ermittelt.

Ein Feuerwehrsprecher sagte der Berliner Morgenpost, dass an der Burgstraße offenbar zwei Gruppen von alkoholisierten Männern aneinandergeraten seien und die Flasche eher versehentlich auf den Rettungswagen geworfen worden sei.

In der gleichen Nacht wurde auch die Besatzung eines Rettungswagens in Treptow-Köpenick angegriffen - ebenfalls von einem alkoholisierten Patienten. Die Besatzung blieb unverletzt. Die Feuerwehr erstattete Anzeige.