Großeinsatz der Polizei

Neue Razzia in Neukölln: PS-Protze und Shisha-Bars im Fokus

Erneut waren Fahnder in Neukölln unterwegs. Sie kontrollieren Shisha-Bars und Protz-Fahrer. Auch Politiker sahen sich den Einsatz an.

Schwer bewaffnete Polizisten am Freitagabend vor einer Sportsbar an der Karl-Marx-Straße in Neukölln.

Schwer bewaffnete Polizisten am Freitagabend vor einer Sportsbar an der Karl-Marx-Straße in Neukölln.

Foto: Morris Pudwell

Berlin. Erneut ist die Polizei am Freitagabend zu einem Großeinsatz in Berlin-Neukölln ausgerückt. Im Fokus der Ermittler, Steuerfahnder und des Ordnungsamtes: Shisha-Bars und Protz-Fahrer in Nord-Neukölln. Zu einer Durchsuchung kam es nach 18 Uhr unter anderem auch in einer Sportsbar an der Karl-Marx-Straße.

Insgesamt überprüften die Beamten 150 Fahrzeuge. Drei Autofahrer, die unter Drogeneinfluss unterwegs waren, wurden aus dem Verkehr gezogen. Zudem stellte die Polizei einen gefälschten Führerschein sicher. Wegen gravierender Mängel wurde zudem ein Fahrzeug sichergestellt.

Bei Kontrollen in Lokalen, Gaststätten und Shisha-Bars vollstreckten die Beamten einen Haftbefehl. In drei Fällen wurden Messer und Waffen beschlagnahmt, ebenso 27 Kilogramm unversteuerter Shishatabak. Ein Lokal wurde von den Einsatzkräften amtlich geschlossen. Des Weiteren stellten die Beamten 17 Verstöße gegen gewerberechtliche Vorschriften fest. In vier Fällen wurden Drogen beschlagnahmt, darunter einmal 30 Gramm Kokain. Die Fahnder versiegelten darüber hinaus sechs Geldspielgeräte und beschlagnahmten zwei.

Bei dem Einsatz war auch Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) dabei. Begleitet wurde er von Vertretern aus den Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf und Friedrichshain-Kreuzberg. Auch Rainhard Naumann (SPD), Bezirksbürgermeister aus Charlottenburg-Wilmersdorf, hatte sich angekündigt.

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Der Kampf gegen Clans und die organisierte Kriminalität soll auch in anderen Bezirken geführt werden. Wenn jetzt Vertreter weiterer Bezirke bei Razzien in Neukölln dabei sind, spricht vieles dafür, dass die Neuköllner Strategie der behördenübergreifenden Einsätze tatsächlich auf die ganze Stadt ausgerollt werden soll.

Im September ist das auch Thema beim Rat der Bürgermeister. Und die Zeit drängt: Denn neben Neukölln haben Ermittler in Tempelhof-Schöneberg, Charlottenburg-Wilmersdorf, Spandau und Reinickendorf vermehrt Aktivitäten krimineller Familienclans wahrgenommen. In Neukölln finden wöchentlich Großkontrollen statt. Und jedes Mal stellen die Beamten zahlreiche Verstöße fest.

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