Berlin-Neukölln

Illegales Rennen: Dutzende Hochzeitsgäste bedrängen Polizei

Ein Ferrari, ein Mercedes und ein Porsche lieferten sich ein Rennen. Als die Polizei eingriff, kamen plötzlich bis zu 40 Personen hinzu.

An dem illegalen Autorennen in Berlin-Neukölln war auch ein Ferrari beteiligt (Archivbild).

An dem illegalen Autorennen in Berlin-Neukölln war auch ein Ferrari beteiligt (Archivbild).

Berlin. 30 bis 40 Hochzeitsgäste haben in Berlin-Neukölln zwei Polizisten bedrängt, die einen Raser festnehmen wollten. Wie die Polizei mitteilte, beobachteten Einsatzkräfte am Mittwochabend gegen 20.30 Uhr einen Ferrari, der mit eingeschalteter Warnblinkanlage an der Kreuzung Grenzallee/Sonnenallee über eine rote Ampel fuhr und in die Sonnenallee einbog.

Dort warteten demnach zwei weitere Sportwagen, ein Mercedes und ein Porsche, ebenfalls mit eingeschalteter Warnblinkanlage. Die Fahrer der drei Wagen starteten laut Polizei ein illegales Autorennen bis in die Jupiterstraße. Von dort ging es auf der Neuköllnischen Allee weiter in Richtung Chris-Gueffroy-Allee. Die Fahrer ließen die Motoren aufheulen und waren mit deutlich mehr als 100 Kilometer pro Stunde unterwegs.

In der Nobelstraße konnten die Polizisten den Porsche einholen und forderten den Fahrer zum Stop auf. Dieser setzte sich während des Anhaltens auf den Beifahrersitz, der Beifahrer wechselte auf die Rückbank. Da der Wagen zu diesem Zeitpunkt noch rollte, prallte er gegen das Polizeiauto. Die Polizisten nahmen den 37 Jahre alten Fahrzeugführer fest.

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Illegales Autorennen in Berlin-Neukölln: Hochzeitsgäste bedrängen Polizisten bei Festnahme

Von einer nahegelegenen Hochzeitsfeier solidarisierten sich 30 bis 40 Hochzeitsgäste mit dem Fahrer und drängten in Richtung der Polizeibeamten. Unterdessen konnte der Beifahrer unerkannt flüchten. Der Porsche wurde beschlagnahmt, der Mercedes und der Ferrari entkamen. Bislang gebe es keine Erkenntnisse, dass der Fahrer und die Gäste sich kannten, sagte ein Sprecher.

Die Polizei geht seit mehreren Jahren härter gegen Raser und sogenannte Profilierungsfahrten vor, bei denen vor allem junge Männer angeberisch mit lauten Sportwagen durch die Gegend fahren.

In Berlin wird im Durchschnitt jeden Tag ein neues Strafverfahren wegen gefährlicher Raserei oder illegaler Autorennen eingeleitet. Seit Einführung des neuen Paragrafen 315d im Oktober 2017 wurden bis Mai 2019 rund 600 derartige Verfahren registriert, wie der Senat damals mitteilte.

200 Fälle wurden demnach angeklagt. Es gab rund 60 Verurteilungen, meist Geldstrafen, aber auch Gefängnisstrafen mit und ohne Bewährung. Rund 150 Verfahren wurden eingestellt. In rund 90 Prozent aller Fälle waren die Raser mit Mietwagen gefahren.

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