Prozess in Berlin

Mit Leiche im Koffer unterwegs: Mann muss in Psychiatrie

In Reinickendorf hatte ein Mann seinen Schwager getötet, ihn in einen Koffer gesteckt und nach Kaiserlautern gebracht.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.

Foto: dpa

Berlin. Ein Mann aus Kaiserslautern, der seinen Schwager in dessen Wohnung in Berlin-Reinickendorf erwürgt und die Leiche in einem Koffer nach Rheinland-Pfalz gebracht hatte, muss in die Psychiatrie. Ohne Behandlung sei der 37-Jährige gefährlich für die Allgemeinheit, begründete das Berliner Landgericht am Montag und ordnete die Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

Der Mann habe das 40 Jahre alte Opfer in der Silvesternacht zu 2019 "in einer plötzlichen Wut" attackiert, heißt es in dem Urteil weiter. "Der Geschädigte hatte ihm nichts getan." Zuvor habe es ein Gespräch über die bevorstehende Scheidung der Schwester des 37-Jährigen gegeben. Der Beschuldigte sei zur Tatzeit nicht schuldfähig gewesen und könne deshalb nicht wegen Totschlags bestraft werden. Seine Behandlung werde nach Einschätzung eines Gutachters allerdings "voraussichtlich viele Jahre dauern".

Die Leiche hatte der Mann aus Kaiserslautern in einem Koffer in seine Heimatstadt transportiert. Sie wurde wenige Tage später in einem Waldstück entdeckt. Gegenüber seiner Familie soll der Beschuldigte damals gestanden haben. Zu Prozessbeginn schwieg er. Seine 36 Jahre alte Schwester sagte als Zeugin, sie habe ihrem Bruder so eine Tat nicht zugetraut.