Kriminalität

Polizei sucht Autobrandstifter mit Bildern und Video

Die Polizei sucht einen Mann, der in Tempelhof ein Auto angezündet hat. Er könnte sich bei der Tat selbst verletzt haben.

Berliner Polizei sucht Autobrandstifter

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Berlin. Die Berliner Polizei ist einem Autobrandstifter dicht auf der Spur. Am Dienstag hat die Behörde spektakuläre Aufnahmen veröffentlicht. Die Aufzeichnung stammt von einer Überwachungskamera an der Teilestraße in Tempelhof. Dort steckte ein bislang unbekannter Täter am 8. April dieses Jahres ein Auto (Marke: Audi) in Brand.

Auf den Sequenzen sieht man, wie sich der Unbekannte dem Auto mit einem Kanister in der Hand nähert, das Fahrzeug mit einer Flüssigkeit übergießt und anzündet. Dabei kommt es zu einer großen Stichflamme. Der Unbekannte verschwindet kurz in einem Feuerball und rannte dann mit einem Kanister in der Hand davon. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er sich bei Tat verletzt hat.

Bisherige Ermittlungen ergaben, dass der Gesuchte durch eine weitere, bisher unbekannt gebliebene Person, mit einem Auto zum Tatort gefahren wurde. Vermutlich handelte es sich dabei um einen Smart. Bei der Tatbegehung trug er wahrscheinlich ein Kleidungsstück mit dem Logo der Firma „Nike“ im Brustbereich.

In Berlin brannten dieses Jahr schon 335 Fahrzeuge

Die Kriminalpolizei fragt nun: Wer kann Angaben zur Identität des abgebildeten Mannes oder zu seinem Aufenthaltsort machen? Wem fiel nach dem 7. April 2019 ein Mann auf, der im Gesicht oder am Kopf sowie am Oberkörper Verbrennungen oder auch versengte Haare aufwies und dem hier Gesuchten ähnelt? Wer kann weitere sachdienliche Hinweise geben? Hinweise nimmt das erste Brandkommissariat beim Landeskriminalamt in der Keithstraße 30 in Tiergarten zu den Bürodienstzeiten unter der Telefonnummer 4664 912 105 oder auch jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost soll es sich bei dem Brandstifter aus dem Video aber nicht um einen Serientäter handeln. Die Ermittler vermuten hinter der Tat vielmehr persönliche Motive. Auch sei die Tat viel zu dilettantisch ausgeführt worden, heißt es aus Polizeikreisen.

Seit Wochen wird Berlin von einer Autobrandserie heimgesucht. In diesem Jahr wurden schon mindestens 335 Fahrzeuge durch Brandstiftungen zerstört oder beschädigt. Das ist mehr als in den Vorjahren. Geht es so weiter, könnte Berlin an sich Richtung Rekordmarke aus dem Jahr 2011 bewegen. Damals brannten in einem Jahr 700 Fahrzeuge. Damals konnten die Ermittler einen Brandstifter überführen, der allein 100 Fahrzeuge angezündet hatte.

Berliner Polizei gründet Ermittlungsgruppe

Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik sagte kürzlich der Berliner Morgenpost: „Wir arbeiten sehr intensiv an dem Thema. Auch deshalb haben wir die Ermittlungsgruppe Nachtwache gegründet“. Man untersuche, ob die Taten einer Person oder einer Gruppe zuzurechnen seien.

Fünf Beamte des Landeskriminalamtes sollen sich ausschließlich um die Autobrände kümmern. Unklar sei, ob es sich um unpolitische Brandstifter, Autohasser oder Täter aus dem linksextremen Spektrum handle, hieß es aus dem Polizeipräsidium weiter.

Die bislang größte Brandstiftung passierte Ende Juli dieses Jahres im Bergmannkiez in Kreuzberg. Dort brannten zehn Autos in einer Nacht. Die Flammen loderten so stark, dass Häuserwände beschädigt wurden und Fensterscheiben kaputt gingen. Anwohner mussten ihre Wohnungen verlassen. Ein Anwohner, der im Rollstuhl sitzt, musste von einem Nachbarn gerettet werden. In der gleichen Nacht brannten auch Fahrzeuge in Tiergarten. Auch dort beschädigten Flammen die Fassade eines Mehrfamilienhauses.

Wann wird eigentlich öffentlich gefahndet?