Raub

Polizistin rettet Räuber aus dem Landwehrkanal

Dem mutigen und kräftezehrenden Einsatz einer Polizeihauptkommissarin verdankt ein Handtaschenräuber vermutlich sein Leben.

Einsatz im Landwehrkanal in Berlin-Kreuzberg: Die Polizistin hielt den Räuber über Wasser und rettete ihm das Leben.

Einsatz im Landwehrkanal in Berlin-Kreuzberg: Die Polizistin hielt den Räuber über Wasser und rettete ihm das Leben.

Foto: Thomas Peise

Berlin. Zuerst verfolgte sie ihn, dann rettete sie ihm das Leben. Ohne den engagierten Einsatz einer couragierten Polizistin wäre ein Handtaschenräuber in der Nacht zu Sonntag mit hoher Wahrscheinlichkeit im Landwehrkanal ertrunken. Sein Pech: Erst als der Mann auf der Flucht vor den Beamten in den Kanal gesprungen war, fiel ihm wieder ein, dass er gar nicht schwimmen kann.

Seinen Anfang nahm das spektakuläre Geschehen gegen 1.20 Uhr, als der 21-Jährige an der Obentrautstraße in Kreuzberg einer 45-jährigen Passantin die Handtasche entreißen wollte. Das gelang ihm zunächst nicht, erst als er der Frau mehrere Male brutal ins Gesicht geschlagen hatte, ließ sie die Tasche los und flüchtete mit seiner Beute in Richtung Tempelhofer Ufer.

Landwehrkanal in Berlin-Kreuzberg: Im Wasser rief der Räuber um Hilfe

Ein 23-jähriger Zeuge nahm umgehend die Verfolgung auf und alarmierte die Polizei, als er sah, wie der Täter die Absperrung zum Landwehrkanal überwand und ins Wasser sprang. Als die Beamten eintrafen, strampelte der 21-Jährige hilflos im Wasser und rief laut um Hilfe. Die Beamten warfen dem Mann einen Rettungsring zu und seilten eine 40-jährige Polizeihauptkommissarin ins Wasser ab.

In einem wahren Kraftakt gelang es der Beamtin, den Mann etwa zehn Minuten lang über Wasser zu halten, bis Rettungskräfte der gleichfalls alarmierten Feuerwehr eintrafen. Die Rettungsaktion gestaltete sich überaus schwierig, da der Nichtschwimmer alle Aufforderungen, ruhig zu bleiben in seiner Panik ignorierte. Die Hauptkommissarin hatte dadurch Mühe, den Mann festzuhalten.

Der Räuber kollabierte am Ufer - und wurde reanimiert

Die Rettungskräfte der Feuerwehr bargen den Handtaschenräuber schließlich mit einem Boot und brachten ihn sicher ans Ufer. Dort kollabierte der Mann vor lauter Aufregung und musste reanimiert werden, bevor er in ein Krankenhaus eingeliefert wurde.

Nach seiner Behandlung wurde der 21-Jährige zunächst in Gewahrsam genommen und erkennungsdienstlich behandelt, bevor seine Überstellung an das Raubkommissariat der zuständige Direktion 5 für die weiteren Ermittlungen erfolgte. Die mutige Polizistin blieb unverletzt.