Weißensee

Betrunkener Mann greift Fahrer von Rettungswagen an

Ein 31-Jähriger wollte seine schwangere Freundin auf der Fahrt ins Krankenhaus im Rettungswagen begleiten. Darüber kam es zum Streit.

Ein Notarztwagen der Feuerwehr (Symbolbild).

Ein Notarztwagen der Feuerwehr (Symbolbild).

Foto: Wolfram Steinberg/dpa / picture alliance/Wolfram Steinberg

Wieder einmal hat es in Berlin Gewalt gegen Rettungskräfte gegeben. Wie die Polizei mitteilte, hatte ein Mann in der Nacht zu Sonntag den Fahrer eines Rettungswagens in Weißensee angegriffen. Der 31-Jährige hatte die Einsatzkräfte selbst in die Rennbahnstraße gerufen, weil er seine schwangere Freundin bewusstlos in der Wohnung gefunden hatte. Diese wollte er auf der Fahrt ins Krankenhaus begleiten, was der Fahrer des Wagens jedoch ablehnte, damit die Rettungsmaßnahmen im Fahrzeug nicht gefährdet werden. Das wollte der 31-Jährige jedoch offenbar nicht einsehen.

Betrunkener spuckt Rettungskräfte an

Laut einem Zeugen habe der Mann mit dem 36 Jahre alten Fahrer gestritten, ihn beleidigt und dann auch bespuckt. Kurz darauf soll der Mann auch noch an dem Wagen hochgeklettert sein, um durch das Fenster zu greifen und den Fahrer aus dem Fahrzeug zu ziehen. Der Zeuge rief die Polizei, die bei dem 31-Jährigen 2,4 Promille Alkohol in der Atemluft maß. Die Beamten brachten den Mann zu einer richterlich angeordneten Blutentnahme. Nach Abschluss der sogenannten erkennungsdienstlichen Maßnahmen wurde er wieder freigelassen.

Nicht der erste Vorfall dieser Art

Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Regelmäßig berichten Rettungskräfte gegenüber der Berliner Morgenpost von Angriffen. Nicht immer landen diese Vorkommnisse in den offiziellen Meldungen. So wie am Sonntag, 14. Juli, nachts 3 Uhr, an der Rollbergstraße in Neukölln.

Bei einem Rettungsdiensteinsatz wurde eine Rettungssanitäterin völlig grundlos von einem Patienten angegriffen und dabei verletzt. Der Patient konnte erst von herbeigerufenen Polizisten beruhigt werden. Die Feuerwehr erstattet Anzeige. Die Sanitäterin beendete nach dem Einsatz ihren Dienst vorzeitig.

Andere Vorfälle werden wiederum bekannt, weil sie die Polizei vermeldet. Auch am Sonntag vor einer Woche attackierte ein Betrunkener (21) einen Sanitäter am S-Bahnhof Karlshorst, der dem Mann, der in seinem eigenen Erbrochenen lag, eigentlich helfen wollte. Der Sanitäter wurde durch Tritte an der rechten Hand verletzt. Der Mann hatte 1,46 Promille im Blut und beleidigte auch die hinzugerufenen Polizisten, die ihn allerdings auch festnahmen.

Feuerwehr bringt Vorfälle zu Anzeige

Die Berliner Feuerwehr fährt seit mehreren Monaten eine Null-Toleranz-Strategie bei Angriffen auf Rettungskräfte. Das heißt: s wird versucht, jeden Angriff zur Anzeige zu bringen. Landesbranddirektor Karsten Homrighausen hatte mehrfach öffentlich gesagt, dass Gewalt gegen Rettungskräfte nicht hinnehmbar sei.