Erpressung

Falsche Polizisten: Festnahme in Charlottenburg

Sie geben sich als Polizisten aus und erpressen Senioren. Jetzt wurde ein Bandenmitglied in Charlottenburg geschnappt.

Einsatzwagen mit eingeschaltetem Blaulicht (Symbolbild).

Einsatzwagen mit eingeschaltetem Blaulicht (Symbolbild).

Foto: BM

Berlin. Seit 2015 verzeichnet die Polizei bundesweit und insbesondere in Berlin eine Zunahme betrügerischer Telefonate durch angebliche Polizeibeamte, die bei Senioren anrufen und Geld ergaunern. Die zur Bekämpfung dieser Masche gegründete Ermittlungsgruppe „Hermelin“ hat eine sogenannte Abholerin in Charlottenburg festnehmen können. Das meldet die Polizei Berlin.

Dem Bericht zufolge soll eine 69-Jährige am Sonntag gegen 23.30 Uhr in ihrer Wohnung in Charlottenburg einen Anruf von einem angeblichen Polizisten erhalten haben. Dieser erklärte der Frau, dass es Einbrecher auf ihren Schmuck und ihr Geld abgesehen hätten. Sie solle die Wertgegenstände der Polizei in Gewahrsam geben, eine Kollegin würde als Abholerin erscheinen.

Kurze Zeit später wurde der Beutel abgeholt

Die Seniorin deponierte daraufhin einen Beutel mit Wertgegenständen an ihrer Haustür. Gegen 0.15 Uhr erschien die Abholerin, nahm den Beutel an sich und wollte mit dem Taxi wegfahren.

Die Polizei konnte die Frau vorläufig festnehmen. Aus der Wohnung der 28 Jahre alten Festgenommenen in Wilhelmsruh versuchte deren Freundin, Gelder aus mutmaßlich anderen Taten beiseite zu schaffen.

Die Frauen wurden dem Fachkommissariat für die Bekämpfung von Trickdiebstahl und -betrug übergeben. Die 28-Jährige wurde einem Haftrichter vorgeführt.

Hohe Schadenssummen

Bei der Masche kommt es regelmäßig zu hohen Schadenssummen bis hin zu sechsstelligen Bargeldbeträgen. Ein 33-Jähriger, der als Mitglied einer Bande falscher Polizisten über Monate hinweg ältere Menschen betrogen haben soll, stand gerade vor dem Berliner Landgericht. Er soll als Anrufer aktiv gewesen sein. Die mutmaßliche Bande soll mehr als 68.000 Euro erbeutet haben. Von einem 79-jährigen Rentner haben falsche Polizisten Goldbarren ergaunert, er verlor ein Vermögen.

Allein 2017 wurden 1862 Strafanzeigen gefertigt, weil sich Betrüger am Telefon als Polizisten ausgaben. Gegenüber etwa 800 Anzeigen im Jahr 2016 eine Verdopplung.

Polizei informiert über richtiges Verhalten

Die Polizei warnt: Echte Polizistinnen und Polizisten kommen nie zu Privatmenschen nach Hause, um Geld- oder Wertgegenstände in Sicherheit zu bringen oder nach den Verstecken zu fragen und sich diese zeigen zu lassen. Polizeikräfte verlangen auch nicht in Telefonaten, Wertgegenstände von der Polizei in Sicherheit bringen zu lassen.

So kann man Trickdiebstahl vorbeugen

- Keine Wertgegenstände oder größere Geldbeträge zu Hause aufbewahren

- Keine fremden Personen in die Wohnung lassen

- Bei Anrufen von angeblichen Polizisten und Polizistinnen misstrauisch sein

- Personen des Vertrauens informieren (z.B. Nachbarn, Hausmeister)

- Sich von Polizisten Ausweise zeigen lassen. So sehen sie aus

- Im Zweifelsfall sofort den Polizeinotruf 110 wählen. Wenn mögliche falsche Polizeibeamte anrufen, das Gespräch beenden und dann den Polizeiruf 110 anrufen.

- Infos zur Seniorensicherheit gibt es unter Tel. (030) 4664-979222 und im Internet