Feuerwehreinsatz

Kind (10) soll Waldbrand im Grunewald gelegt haben

3000 Quadratmeter Waldboden waren am Dienstag in Ruhleben in Flammen aufgegangen. Zwei neun Jahre alte Kinder wurden verletzt.

Einsatzkräfte der Feuerwehr im Grunewald.

Einsatzkräfte der Feuerwehr im Grunewald.

Foto: Thomas Peise

Berlin. Nach einem neuerlichen Waldbrand im Westen Berlins gibt es offenbar Indizien, wonach ein Kind Auslöser des Feuers sein könnte. Die Polizei kommentierte diese Information am Mittwoch äußerst zurückhaltend. Man gehe Hinweisen nach, warne allerdings vor vorzeitigen Schlussfolgerungen. Die Ermittlungen eines Fachkommissariats seien noch in vollem Gange, hieß es im Landeskriminalamt.

Das Feuer war am Dienstagnachmittag im Schanzenwald an der Grenze zwischen Spandau und Charlottenburg entdeckt worden. Gegen Abend hatten sich die Flammen bis zur Murellenschlucht unweit der Havelchaussee ausgebreitet. Es brannten 3000, später 5000 Quadratmeter Fläche, 65 Löschkräfte der Berliner Feuerwehr waren im Einsatz. Die Arbeiten zogen sich noch bis zum späten Abend hin, erst dann konnten die letzten Glutnester gelöscht werden. Wie in solchen Fällen üblich blieb eine Brandwache vor Stunden vor Ort, um ein erneutes Aufflackern des Feuers zu verhindern.

Die Behörden hatten am Mittwochmorgen zunächst mitgeteilt, dass in der Nähe des Brandortes Kinder entdeckt worden seien, die beim Spielen offenbar eine Rauchvergiftung erlitten hatten. Sie wurden von Rettungskräften in eine Klinik gebracht, konnten diese inzwischen allerdings wieder verlassen.

Im Verlauf des Tages machten dann Meldungen die Runde, das Feuer könne womöglich von einem Zehnjährigen ausgelöst worden sein. Ermittlungen der Brandexperten hatten ergeben, dass das Feuer im Bereich des Elsgrabenwegs ausgebrochen war. In einer Hütte dort sollen nach Angaben von Zeugen zuvor mehrere Kinder gespielt haben. Dabei soll ein Zehnjähriger Blätter angezündet haben. Ob die Flammen sich schnell ausbreiteten und von den Kindern nicht mehr beherrschbar waren, ist Gegenstand der Ermittlungen. Ermittler sollen den Jungen befragt und ihn anschließend seiner Mutter übergeben haben.

Ermittler befragen Jungen und übergeben ihn seiner Mutter

Weder Polizei noch Feuerwehr machten am Mittwoch nähere Angaben zu diesen Berichten. Die Polizei verwies auf den derzeitigen Stand der Ermittlungen und die Tatsache, dass es sich bei dem Zehnjährigen um ein strafunmündiges Kind mitt besonderem Persönlichkeitsschutz handele. Die Feuerwehr betonte, zu Ausbruch und Verlauf des Brandes seien noch etliche technische Untersuchungen von Sachverständigen erforderlich.

Bei dem Brand handelte es sich nach Angaben von Einsatzkräften größtenteils um einen Bodenbrand, der Gräser und Sträucher erfasst hatte. Wie schon bei dem Waldbrand in der vergangenen Woche nahe des Teufelsbergs, gestalteten sich die Löscharbeiten auch am Dienstag zunächst schwierig. Das Löschwasser musste über eine längere Strecke zu den Kräften an der Feuerfront geleitet werden, das erfordert in aller Regel eine aufwendige Installation bei den Schlauchleitungen und den bei größeren Entfernungen benötigten Pumpen

Auch in Köpenick war die Berliner Feuerwehr am Dienstag im Einsatz. Dort brannten nach Angaben eines Feuerwehrsprechers etwa 1000 Quadratmeter Wald. Das Feuer war bereits in der Nacht zu Dienstag ausgebrochen, nach ihrer Alarmierung gegen 3.45 Uhr rückten daraufhin Einsatzkräfte an. Da die Bedingungen am Brandort weitaus günstiger waren als im Grunewald, dauerten die so genannten Nachlöscharbeiten nur noch bis zum späten Vormittag