Verkehr

Frau stürzt mit E-Scooter und wird von Transporter überrollt

Wieder ein Unfall mit einem E-Tretroller in Berlin: Eine Frau zog sich in Friedrichshain mehrere Knochenbrüche zu.

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Berlin. In Berlin sind erste schwere Unfälle mit Elektro-Tretrollern bekannt geworden. Allein am Donnerstag trugen zwei Frauen, die auf den neuen Verkehrsmitteln unterwegs waren, Knochenbrüche davon. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, wurde eine 33-Jährige nach einem Sturz im Stadtteil Friedrichshain von einem Kleintransporter überrollt. Sie kam mit mehreren gebrochenen Knochen in eine Klinik. Warum die Frau auf der Singerstraße zu Fall kam und gegen ein geparktes Auto stieß, war zunächst unklar.

Eine weitere E-Scooter-Fahrerin zog sich bereits am Donnerstagvormittag einen offenen Unterschenkelbruch zu. Die 26 Jahre alte Touristin stieß in der Friedrichstraße in Mitte seitlich gegen einen Lastwagen. Auch hier war zunächst unklar, wie es dazu kam. „Gerade vor dem Hintergrund der jüngsten Unfälle werden wir gemeinsam mit der Polizei die Lage analysieren, um zu beurteilen, ob die Bundesverordnung für diese Fahrzeuge verschärft werden “, erklärte Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese auf Anfrage. Er verwies aber auch darauf, dass es in Deutschland „von Anfang an strenge Regeln für E-Tretroller“ gegeben habe.

Vielen Nutzern Bedienung und Gefahren noch nicht bekannt

„Die E-Roller sind eine interessante und attraktive Ergänzung der urbanen Mobilität“, erklärte der stadtentwicklungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Stefan Förster. Er forderte den Senat auf, alle Verkehrsteilnehmer für die Roller zu sensibilisieren und auf die Einhaltung der Regeln zu achten. Vielen Nutzern seien Bedienung und Gefahren noch nicht bekannt.

Das Berliner Verleihunternehmen Tier teilte mit, es habe bisher noch keine ausreichenden Daten zu Unfällen mit E-Tretrollern. Man wolle die Entwicklung weiter beobachten. Als Anbieter trage man natürlich eine große Verantwortung für die Sicherheit, etwa mit regelmäßigen Wartungen der Flotte. Im übrigen sei verringerter Autoverkehr der „der wohl größte Treiber für mehr Sicherheit auf den Straßen“. Bisher ist es allerdings umstritten, ob Menschen zugunsten des Tretrollers auf das Auto verzichten.

Mehrere Vermieter bieten seit rund zwei Wochen E-Tretroller in Berlin an. Die Gefährte können bis zu 20 Kilometer pro Stunde fahren. Mindestens 14 Jahre muss man dafür alt sein. Führerschein, Mofa-Prüfbescheinigung oder Helm sind nicht vorgeschrieben. Gehwege sind tabu, wie die Berliner Polizei in einem Youtube-Video betonte. Fahren darf man auf dem Radweg oder sonst auf der Straße. Straßen mit Kopfsteinpflaster, große Durchgangsstraßen ohne Radweg und von Baumwurzeln durchzogene Radwege können für Tretrollerfahrer Gefahren darstellen. Außerdem dürfte die Fahrpraxis wie auch beim Auto, Motorrad oder Fahrrad eine Rolle spielen: Ungeübt fährt es sich unsicherer.

Hintergrund: E-Scooter im Test: Wie fährt es sich mit einem E-Tretroller?