Berlin-Wedding

Mann in der Nacht vor Shisha-Bar niedergeschossen

Ersten Ermittlungen zufolge saß der 31-Jährige gegen 1.15 Uhr an einem Tisch vor einer Shisha-Bar, als die Schüsse fielen.

Ersten Ermittlungen zufolge saß der 31-Jährige  gegen 1.15 Uhr morgens an einem Tisch vor einer Shisha-Bar an der Luxemburger Straße in Wedding, als die Schüsse auf ihn abgegeben wurden.

Ersten Ermittlungen zufolge saß der 31-Jährige gegen 1.15 Uhr morgens an einem Tisch vor einer Shisha-Bar an der Luxemburger Straße in Wedding, als die Schüsse auf ihn abgegeben wurden.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlin. Vor einer Bar in Wedding wurde in der Nacht zu Montag ein Mann niedergeschossen und dem Vernehmen nach lebensgefährlich verletzt. Ersten Ermittlungen zufolge saß der 31-jährige Libanese gegen 1.15 Uhr morgens an einem Tisch vor einer Shisha-Bar an der Luxemburger Straße, als die Schüsse auf ihn abgegeben wurden. Weitere Einzelheiten zu dem Fall wurden am Montag nicht bekannt.

Rettungskräfte brachten den Schwerverletzten umgehend in ein Krankenhaus, wo er operiert werden musste. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat führt die Zweite Mordkommission des Landeskriminalamtes der Polizei.

Shisha-Bars gelten als Treffpunkt von Clan-Größen

Inwiefern es einen Zusammenhang mit Auseinandersetzungen im Bereich der organisierten Kriminalität geben könnte, blieb am Montag unklar. Generell gelten Shisha-Bars in Berlin jedoch nicht nur als Bars, in denen die Gäste Wasserpfeifen rauchen können, sondern mitunter auch als Treffpunkte von Mitgliedern krimineller arabischer Familien-Clans, die die Bars als Rückzugsorte nutzen oder als Orte, an denen sich Nachwuchs rekrutieren lässt.

Polizei und Zoll führen mit den bezirklichen Ordnungsämtern und dem Finanzamt seit Anfang dieses Jahres immer wieder Kontrollen in Shisha-Bars durch – im Zuge einer von der Senatsverwaltung für Inneres koordinierten Strategie zur Bekämpfung der Clan-Kriminalität. Dabei wurden auch schon zur Fahndung ausgeschriebene Besucher festgenommen oder Waffen oder große Bestände an Bargeld unbekannter Herkunft gefunden.

In etlichen Fällen wurden Shisha-Bars nach den meist unangekündigten Kontrollen zumindest zwischenzeitlich geschlossen, weil die Behörden eine Überschreitung der Grenzwerte für Kohlenmonoxid feststellten. Das hochgiftige Gas entsteht beim Verglühen der Kohle auf den Wasserpfeifen. Es ist farb- und geruchslos, von den Besuchern von Shisha-Bars wird es oft eingeatmet, weil die Bars über keine funktionierenden Lüftungsanlagen verfügen, die den Rauch absaugen oder ableiten könnten.

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Rund 50.000 Schusswaffen in Privatbesitz

Die Zahl der Straftaten, bei denen – wie bei dem Vorfall in der Shisha-Bar an der Luxemburger Straße – Schusswaffen verwendet wurden, lag 2018 bei 650. Im Jahr zuvor hatte die Polizei noch 600 Straftaten mit Schusswaffenverwendung registriert. In Berlin befinden sich rund 50.000 legale Schusswaffen in Privatbesitz. Die Waffen, die bei Straftaten eingesetzt werden, wurden allerdings oft illegal eingeschmuggelt und sind nicht bei der Berliner Waffenbehörde registriert.

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