Brückensperrung

Brennende Blockade auf Elsenbrücke - Verdächtige wieder frei

Linksextremisten hatten am Donnerstagmorgen die Elsenbrücke mit brennenden Reifen blockiert. Die Verdächtigen wurden wieder freigelassen.

Berlin. Nach dem Brand mehrerer Reifen und Mülltonnen rund um die Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain sind die Täter weiter unbekannt. "Es wird weiter ermittelt", sagte eine Polizeisprecherin am Freitag. Zwei am Donnerstagmorgen im Zusammenhang mit einer Blockade der Elsenbrücke gefasste 16 und 19 Jahre alte Männer wurden wieder laufen gelassen. Der Tatverdacht habe sich nicht erhärten lassen, hieß es. Der Staatsschutz ermittelt wegen schweren Landfriedensbruchs.

Die Taten wurden nach Polizeiangaben vom Donnerstag als konzertierte Aktion vor dem Prozess um die Linksautonomen-Kneipe "Kadterschmiede" gewertet. Dabei wies eine Zivilkammer des Landgerichts eine erneute Räumungsklage des Hauseigentümers als unzulässig ab. Somit kann die Kneipe bleiben. Der Ausgang des Prozesses wirke hoffentlich deeskalierend, sagte die Polizeisprecherin. Die Behörde führe in dem Kiez auch weiter im normalen Rahmen Maßnahmen durch.

Fahrzeuge mussten wegen der brennenden Reifen stark abbremsen

Eine Polizeisprecherin hatte am Donnerstag gesagt, mehrere Reifen seien gegen 5.20 Uhr auf der Elsenbrücke abgelegt und angezündet worden. Der Verkehr sei für rund zwei Stunden unterbrochen gewesen.

„Auf der Brücke fahrende Fahrzeuge mussten stark abbremsen, um nicht mit den Reifen zu kollidieren“, wie es in einer Mitteilung der Berliner Polizei hieß.

Zuvor hätten in der Nacht auf der Rigaer Straße mehrere Müllcontainer gebrannt, wie eine Polizeisprecherin der Berliner Morgenpost bestätigte. Zudem habe es in angrenzenden Straßen ähnliche Blockaden gegeben.

Lesen Sie auch - Gericht: Räumungsklage gegen Kadterschmiede nicht zulässig

Blockade der Elsenbrücke: Täter hinterließen Bekennerschreiben

Auch an der Liebigstraße, einer Querstraße zur Rigaer Straße, waren Überbleibsel brennender angezündeter Autoreifen zu sehen - und offenbar dadurch verursachte Schäden an einem geparkten Auto.

Dort und an der Elsenbrücke hinterließen die mutmaßlichen Täter ein Bekennerschreiben, das der dpa vorliegt. Unter der Überschrift „Solidarität heißt Angriff!“ schreiben die Verfasser, sie hätten aus Protest gegen Räumungsabsichten Barrikaden rund um Rigaer Straße und Liebigstraße sowie an „verschiedenen Orten der Stadt“ errichtet.

Linksextreme erklären Solidarität mit „Kadterschmide“ an der Rigaer Straße

Die Autoren erklären ihre Solidarität mit der “Kadterschmiede“ und einem „anarcha-queerfeministischem“ Projekt in einem teilbesetzten Haus in der Liebigstraße - diese seien „Orte des Widerstands gegen die Herrschaft von einigen über viele, gegen Gentrifizierung und Verdrängung“. Beide seien von der Räumung bedroht. “Wenn die Bullen zu Räumungen anrücken, werden wir da sein“, heißt es. Zuvor hatte die “B.Z“ online über das Bekennerschreiben berichtet.