Blindgänger

Zwei Kriegsbomben in Oranienburg entschärft

In Oranienburg wurden zwei Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Vom Sperrkreis war auch der Bahnhof betroffen.

Susann Krätz, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Oranienburg in einer Einsatzzentrale der Feuerwehr für Evakuierung.

Susann Krätz, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Oranienburg in einer Einsatzzentrale der Feuerwehr für Evakuierung.

Foto: dpa

Oranienburg. Zwei Weltkriegsbomben in Oranienburg sind am Donnerstag unschädlich gemacht worden. Um 15.16 Uhr wurde die Bombe entschärft, wie die Stadt am Donnerstagnachmittag mitteilte. Gegen 19.30 Uhr folgte die zweite Bombe. Der Sperrkreis wurde aufgehoben. Auch in Brandenburg/Havel wurde am Donnerstag Munition kontrolliert gesprengt.

Der Landtag wollte am Abend ein Gesetz beschließen, dass die Bombenentschärfung in der "Modellregion Oranienburg" beschleunigen soll. Dafür sollen vor allem mehr Geld und Personal bereitgestellt werden.

In Oranienburg wurde um die Fundstelle auf einem Gewerbegrundstück unweit des Bahnhofs ein Sperrkreis von 1000 Metern eingerichtet. Rund 9500 Anwohner mussten ihre Wohnungen und Arbeitsplätze verlassen, wie die Stadt mitteilte. In dem Sperrkreis befanden sich den Angaben zufolge ein Krankenhaus, ein Seniorenheim sowie mehrere Kitas, Schulen und ein Hort. Mehr als 300 Einsatzkräfte, etwa von Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz, waren demnach im Einsatz.

Informationsmaterial sogar auf Arabisch verteilt

Ein Lautsprecherwagen habe die Evakuierung am Abend auf Deutsch, Englisch und Russisch angekündigt. "Die Leute sind sehr diszipliniert", erklärte Gilbert Collé, Sprecher der Stadt Oranienburg. Widerständler bei Evakuierungen gebe es nur in Einzelfällen - meist, weil sie kein Deutsch sprechen und die Situation deshalb nicht verstehen. Die Einsatzkräfte hätten darum Informationsmaterialien "in allen möglichen Sprachen bis hin zu Arabisch" dabei. Dann werde in der Regel kooperiert.

Während der Entschärfungen endete die S-Bahn-Linie 1 aus Berlin am Bahnhof Birkenwerder. Von dort aus gab es einen Ersatzverkehr mit Bussen. Auch die Regionalzüge RE 5, RB 20 sowie RB 12 fuhren während der Entschärfung nicht durch Oranienburg.

Die Bomben lagen gut sechs Meter tief

Die amerikanischen 250-Kilo-Blindgänger mit chemischen Langzeitzündern wurden bereits vor zwei Jahren bei einer systematischen Kampfmittelsuche entdeckt. Sie lagen in Wassernähe gut sechs Meter tief. Da die Bomben nur im Trockenen entschärft werden können, wurde der Grundwasserspiegel auf acht Meter abgesenkt.

Oranienburg gehört bundesweit zu den Städten, die besonders mit Weltkriegsmunition belastet sind. Seit der Wende wurden dort mehr als 200 Blindgänger entschärft. Mindestens weitere 250 sollen noch im Boden liegen. Oranienburg war einst Eisenbahnknotenpunkt und ein wichtiger Standort der Rüstungsindustrie.

Auch in Brandenburg/Havel wurde am Donnerstag Munition kontrolliert gesprengt. Ab 8 Uhr war ein Sperrkreis von 800 Metern errichtet, der sich auch über den Quenzsee zog. Rund 70 Bewohner mussten nach Angaben der Stadt ihre Häuser verlassen.