Prozess wegen Mordes

Fall Georgine Krüger: Anklage gegen Ali K. erhoben

Ali K. soll Georgine Krüger vergewaltigt und getötet haben. Nun wird der44-Jährige wegen Mordes angeklagt - fast 13 Jahre nach der Tat.

Der Mann soll in derselben Straße wohnen wie einst das Mädchen.

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Berlin. Fast 13 Jahre nach dem Verschwinden der damals 14-jährigen Georgine Krüger muss sich der mutmaßliche Mörder des Mädchens bald vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft teilte am Dienstag mit, gegen den 44-jährigen Ali K. Anklage wegen des Verdachts des Mordes und der Vergewaltigung erhoben zu haben. Die Hauptverhandlung soll in den kommenden Wochen vor einer Schwurgerichtskammer des Berliner Landgerichts beginnen.

Die Staatsanwaltschaft wirft Ali K. vor, Georgine Krüger am 25. September 2006 gegen 14 Uhr auf dem Heimweg von der Schule abgepasst und unter einem Vorwand in den Keller seiner Wohnung an der Stendaler Straße im Berliner Ortsteil Moabit gelockt zu haben.

Dort soll er das Mädchen mit einem Metallgegenstand bewusstlos geschlagen und vergewaltigt haben. Aus Angst, seine Tat könnte entdeckt werden, soll er die Schülerin dann erwürgt und aus dem Keller geschafft haben.

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Mordfall Georgine Krüger: Ali K. war zunächst nur als Zeuge befragt worden

Ali K., der in der Nachbarschaft von Georgine Krüger wohnte, war nach dem Verschwinden des Mädchens zunächst nur als Zeuge befragt worden. Dabei hatte er bestritten, Georgine zu kennen. Die Ermittler des Landeskriminalamtes der Berliner Polizei sahen zunächst keinen Grund, an der Aussage zu zweifeln.

Auf seine Spur kamen sie, nachdem Ali K. im Jahr 2013, sieben Jahre nach dem Verschwinden von Georgine Krüger, in einem anderen Fall wegen sexuellen Missbrauchs einer 17-Jährigen verurteilt wurde. Die Ermittler erkannten – wenn auch erst nach einigen Jahren – einen möglichen Zusammenhang zum Fall Georgine Krüger.

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Nach seiner Freilassung werteten sie mithilfe einer Funkzellenabfrage Standortdaten des Handys von Ali K. aus. Den Durchbruch brachte der Einsatz eines verdeckten Ermittlers. Er soll das Vertrauen von Ali K. erlangt und ihn zu einer Art Geständnis gebracht haben. Im Dezember vergangenen Jahres nahmen Beamte eines Spezialeinsatzkommandos Ali K. schließlich fest. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. „Die Beharrlichkeit der Ermittler hat hier zum Erfolg geführt“, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Martin Steltner.

Leiche von Georgine Krüger bis heute nicht gefunden

Georgines Leichnam konnte allerdings bis heute nicht gefunden werden. Die Staatsanwaltschaft kann in dem Gerichtsverfahren daher keinen Abgleich von DNA-Spuren anführen. In der polizeilichen Vernehmung soll Ali K. zudem bestritten haben, Georgine Krüger zu kennen. „Umso wichtiger werden die übrigen Beweismittel sein“, sagte Steltner.

Fälle von vermissten Kindern hatten in Berlin und Brandenburg zuletzt wiederholt für Schlagzeilen gesorgt.