Berlin

„Nächste-Fahrzeug-Strategie“ soll Feuerwehr schneller machen

Die Berliner Feuerwehr will künftig schneller am Einsatzort sein und automatisiert ihre Leitstelle.

Die Berliner Feuerwehr im Einsatz: Ein neues System in der Leitstelle soll die Einsatzkräfte schneller machen (Archivbild).

Die Berliner Feuerwehr im Einsatz: Ein neues System in der Leitstelle soll die Einsatzkräfte schneller machen (Archivbild).

Foto: Snapshot/Tobias Seeliger/Geisler-Fotopress / picture alliance / Geisler-Fotopress

Berlin. Die Berliner Feuerwehr testet seit diesem Dienstag ein neues System in der Leitstelle. Mit dieser „Nächste-Fahrzeug-Strategie“ sollen die Einsatzkräfte künftig schneller vor Ort sein.

Im Kern geht es darum, dass künftig jedes Fahrzeug mit einem Stichwort im System hinterlegt ist. Die Verfügbarkeit der Fahrzeuge ist nämlich dynamisch. Das heißt, ein Fahrzeug, das gerade frei und auf der Anfahrt zu einem Notfall ist, kann von einem anderen Fahrzeug abgelöst werden, das näher zum Einsatzort ist. Das ist etwa dann der Fall, wenn Notarztfahrzeuge oder Rettungswagen gerade ihren Einsatz beenden und plötzlich frei werden.

Vorgang wird automatisiert

Heute passiert das manuell und wird von den Disponenten in der Leitstelle organisiert, die im Blick behalten, welche Rettungskräfte gerade in der Nähe sind. Allerdings ist es schwer, alles im Blick zu behalten.

Die Feuerwehr hat daher ihr Leitstellensystem „Ignis-Plus“ weiterentwickeln lassen. Das, was die Disponenten jetzt noch händisch machen, soll künftig automatisiert passieren. „Sobald sich die Lage verändert und ein näher zum Einsatzort befindliches Einsatzmittel frei wird, schlägt das System auf Grundlage der unten aufgeführten Parameter einen Einsatzmittelaustausch vor“, heißt es in einem internen Schreiben der Feuerwehr.

Wie lang die Testphase dauern wird, ist noch unklar. Sie soll erstmal für die Einsatzalarmierung „NOTF NA REA“ (Notfalleinsatz RTW mit Notarzt, Reanimation) gelten. In anderen anderen Länden sind ähnliche automatisierte Systeme bereits im Einsatz.

2017 dauerte es bei der Feuerwehr im Schnitt 2:47 Minuten zwischen Rufannahme und Alarmierung und 7:55 Minuten zwischen Alarmierung und Eintreffen am Einsatzort. Zum Vergleich: 2014 waren es 2:33 Minuten und 7:17 Minuten.