Einsatz bei Schönefeld

Großkontrolle auf A117: 41 Fahrer unter Drogeneinfluss

Am Montag ist die Polizei zum Großeinsatz ausgerückt. Es wurden reihenweise Autofahrer aus dem Verkehr gezogen.

Polizisten stoppen Autofahrer bei einer Verkehrskontrolle. (Archivbild)

Polizisten stoppen Autofahrer bei einer Verkehrskontrolle. (Archivbild)

Foto: Bodo Marks / dpa

Für viele Autofahrer begann die neue Arbeitswoche am Montagmorgen mit einer Polizeikontrolle. Mit einer groß angelegten Schwerpunktaktion der Brandenburger Polizei wurden zwischen sechs Uhr und 14 Uhr in und um Schönefeld Kraftfahrer kontrolliert. An insgesamt fünf Kontrollstellen waren etwa 170 Beamte der Polizei Brandenburg, der Berliner Polizei, der Bundespolizei und des Zolls im Einsatz. Schwerpunkt der Kontrollen waren der Drogen- und Alkoholkonsum im Straßenverkehr.

Wie ein Sprecher der Brandenburger Polizei Direktion Süd, Polizeihauptkommissar Maik Kettlitz, der Berliner Morgenpost sagte, wurde aufgrund der Kontrollen die Autobahn A117 zeitweise komplett gesperrt. Der Verkehr wurde von der Autobahn auf die Raststätten Waldeck Ost und West geleitet. Dort hatten sich die Beamten für die umfangreichen Kontrollen positioniert.

Partydrogen sind auch im Berufsalltag angekommen

Eine Bilanz zog die Brandenburger Polizei dann am Montagnachmittag. Insgesamt wurden 41 Fahrzeugführer entdeckt, die unter dem Verdacht standen, unter Drogeneinfluss gefahren zu sein. Spitzenreiter der konsumierten Drogen war Cannabis. Das ergaben Urin- und Speichelproben, die vor Ort genommen wurden. Entdeckt wurden auch Fahrer, die vermutlich Kokain, Amphetamin (Speed) und Methamphetamin (Chrystal Meth) konsumiert hatten. Neun Autofahrer wurden aus dem Verkehr gezogen, weil in ihrem Blut Alkohol nachgewiesen werden konnte. Spitzenreiter war ein Autofahrer mit immerhin 1,6 Promille Alkohol im Blut am Montagvormittag.

„Junge Autofahrer, alte Autofahrer, Bauarbeiter, Transporterfahrer, die entdeckten Personen kommen kreuz und quer aus allen Schichten der Bevölkerung“, sagte Kettlitz. „In einigen Fahrzeugen haben wir auch Drogen gefunden.“ Die Kontrollen am Montag ähnelten der Schwerpunktkontrolle im August des vergangenen Jahres. „Im Vergleich zum vergangenen Jahr gab es am Montag deutlich mehr Feststellungen“, so der Polizeisprecher. Im vergangenen Sommer wurden 23 Autofahrer unter Drogeneinfluss und sechs mit Alkohol im Blut festgestellt. Dass die Zahl der Vergehen deutlich höher liegen würde als vor einem Dreivierteljahr, zeichnete sich bereits nach den ersten vier Stunden der intensiven Polizeiarbeit ab.

„Bis zehn Uhr hatten wir bereits 26 Fahrer unter Drogeneinfluss und fünf alkoholisierte Autofahrer aus dem Verkehr gezogen“, sagte Kettlitz. „Das ist erschreckend, wie viele Menschen sich unter Drogen- und Alkoholeinfluss hinters Steuer setzen.“ Nach Ansicht Kettlitz sind die sogenannten Partydrogen längst im Berufsleben und in den Familien angekommen. Berufskraftfahrer würden sich mit Amphetaminen und Kokain aufputschen, um dem Zeitdruck standzuhalten, berufstätige Mütter würden Drogen gegen den Stress nehmen. „Auffällig sind aber auch immer mehr Senioren, die unter Medikamenteneinfluss stehen und Auto fahren.“ Es gab auch die Vermutungen, dass am Montag noch einige Autofahrer Drogen und Alkohol vom Wochenende im Blut haben. Zudem wurden 15 Kraftfahrer ohne Führerschein entdeckt.

An der Seite der Beamten waren auch Mitarbeiter der Gerichtsmedizin und eine Ärztin, die den unter Verdacht stehenden Autofahrern Blut abnahmen. Zusätzlich waren Vertreter der Firmen, die Speichel- und Urintests herstellen, an den Kontrollstellen. Für die Urintests wurden mobile Toilettenhäuschen aufgestellt.

Der Zoll unterstützte die Arbeit an den Kontrollstellen mit Rauschgiftspürhunden. Beamte der Bundespolizei und des Zolls kontrollierten zeitgleich Aufenthaltserlaubnisse von kontrollierten Personen und ob beispielsweise Lkw-Fahrer die Lenkzeiten eingehalten haben. Der Zoll leitete Ermittlungsverfahren wegen Schwarzarbeit ein. Kettlitz blickt mit geteilten Gefühlen auf die Bilanz: „Auf der einen Seite ist es gut, wenn wir so viele Autofahrer feststellen, auf der anderen Seite sind diese Zahlen aber auch erschreckend“, sagte er. „Jeder einzelne Autofahrer, der unter Drogen- oder Alkoholeinfluss unterwegs ist, ist eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer und für sich selbst.“

Eine andere Gefahr stellt die Raserei dar. Auf die bezieht sich auch die Nachricht des Senders Radioeins vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB): Dieser hat am Montag angekündigt, künftig keine Meldungen mehr auszustrahlen, in denen mitgeteilt wird, wo auf Berlins Straßen Temposünder geblitzt werden.

„Blitzermeldungen nicht mehr zeitgemäß“

Zur Begründung teilte der Sender bei Twitter mit: „Wir halten Blitzermeldungen im Radio aus verschiedenen Gründen für nicht mehr zeitgemäß. Da sind zum Beispiel die konstant hohen Unfallzahlen in Berlin und Brandenburg, deren Ursache oft Raserei ist.“ Während in Berlin die Hörer die Sender über Blitzerstandorte informieren, meldet in Brandenburg die Polizei selbst einige Blitzerstandorte. „Wir sind zu Transparenz verpflichtet“, sagte Daniel Keip, Sprecher der Brandenburger Polizeidirektion West dem RBB. Die Entscheidung, keine Blitzer-Standorte mehr mitzuteilen, sei trotzdem ein gutes Zeichen, sagte der Sprecher.