Farbattacke

Mietaktivisten beschmieren SPD-Landeszentrale mit Farbe

Das Kurt-Schumacher-Haus in Wedding wurde großflächig mit Farbe beschmiert. Nun tauchte ein Bekennerschreiben auf.

In der Nacht zu Mittwoch wurde die Landeszentrale der Berliner SPD mit Farbe beschmiert.

In der Nacht zu Mittwoch wurde die Landeszentrale der Berliner SPD mit Farbe beschmiert.

Foto: Hans Kegel, SPD Berlin

Berlin. Unbekannte haben in der Nacht zu Mittwoch die Fassade des Kurt-Schumacher-Hauses in der Müllerstraße großflächig mit Farbe beschmiert. Wie die Polizei Berlin mitteilte, beobachteten Zeugen beim Verlassen der Landesgeschäftsstelle der SPD gegen 1:40 Uhr, wie sich ein Mann schnell entfernte, in sein Auto stieg und schnell davon fuhr.

Die Zeugen stellten am Eingangsbereich einen unleserlichen, blaugrünen Schriftzug auf einer Länge von etwa 25 x 7 Metern fest. Alarmierte Polizisten fanden in der Nähe einen Feuerlöscher und stellten diesen als mögliches Tatmittel sicher.
Am Mittwoch tauchte auf der linken Online-Plattform Indymedia ein Bekennerschreiben zu der Tat auf. Dort begründen die Autoren den Angriff mit steigenden Mieten und Verdrängung in Berlin, die die SPD als regierende Partei nicht verhindert habe. Die Autoren des Bekennerschreibens setzten ihre Tat in Zusammenhang zu einem Brandanschlag auf Autos des Immobilienkonzerns Deutsche Wohnen, der sich vergangene Woche ereignete. Der Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

SPD-Chef Michael Müller: „Feige und inakzeptabel“

„Dieser Anschlag ist feige und inakzeptabel“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister und SPD-Landeschef Michael Müller. „Wenn Gegner der Demokratie unsere Partei angreifen, dann müssen wir zusammenstehen und unsere offene Gesellschaft verteidigen.“ Der Fraktionsvorsitzende der Berliner SPD, Raed Saleh, verurteilte den Anschlag auf das Schärfste: „Wer zu solchen Mitteln greift, ist kein Demokrat.“ In einer Demokratie werde mit Worten gestritten, nicht mit Farbbeuteln oder Spraydosen. „Das ist kein Kavaliersdelikt.“
Auch Eva Högl, Kreisvorsitzende der SPD Mitte und Landesgruppensprecherin der Berliner SPD im Bundestag, die in dem Gebäude ihr Abgeordnetenbüro unterhält, verurteilte den Angriff. „Solche Anschläge zielen auf unsere freie, demokratische Gesellschaft.“ Die Antwort der SPD sei klar: „Wir lassen uns nicht einschüchtern und kämpfen weiter demokratisch für unser Berlin.“