Mensch Meier

„Türsteher der Rigaer Straße“ soll Beamte attackiert haben

Bei dem Türsteher, der Beamte im Club Mensch Meier angegriffen haben soll, handelt es sich um den „Türsteher der Rigaer Straße“.

Bei dem Türsteher, der die Beamten im Club Mensch Meier angegriffen haben soll, handelt es sich um den „Türsteher der Rigaer Straße“ Marek M. (Szenename Isa).

Bei dem Türsteher, der die Beamten im Club Mensch Meier angegriffen haben soll, handelt es sich um den „Türsteher der Rigaer Straße“ Marek M. (Szenename Isa).

Foto: Patrick Seeger / dpa

Berlin. Der Polizeieinsatz im „Club Mensch“ Meier in Prenzlauer Berg, bei dem am Wochenende ein Türsteher des Clubs sechs Beamte mit Reizgas angegriffen haben soll, zieht immer weitere Kreise: Das Vorgehen der Beamten beschäftigt nun die Polizei, Abgeordnete und die Clubcommission, welche die Interessen der Berliner Clubbetreiber vertritt.

Wie die Berliner Morgenpost aus Sicherheitskreisen erfuhr, handelt es sich bei dem Türsteher, der die Beamten angegriffen haben soll, um den „Türsteher der Rigaer Straße“ Marek M. (Szenename Isa), der bereits bei einer Großrazzia im März 2018 verhaftet und wegen mehrerer Delikte angeklagt wurde. Er soll unter anderem vor einer Kiez-Bäckerei an der Rigaer Straße einem 54-Jährigen das Fußgelenk gebrochen und Polizisten attackiert haben.

Marek M. wurde am 17. September des vergangenen Jahres zu einem Jahr und sechs Monaten (ohne Bewährung) verurteilt. Allerdings ging er dagegen in Berufung. Die Hauptverhandlung soll Anfang Mai stattfinden. Wie jetzt bekannt wurde, war M. zum Zeitpunkt der Verurteilung schon längst wieder auf freiem Fuß. Er war am 23. Juli aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

Mensch Meier: Betreiber sprechen von Stürmung des Clubs

Nach Angaben der Clubbetreiber hätten Polizisten das Kassenhäuschen des Veranstaltungsortes am Sonnabend gestürmt, in dem sich das Sicherheitspersonal des Clubs vor den nicht uniformierten Beamten in Schutz gebracht hätte. Die Beamten hätten alle sich im Mensch Meier befindlichen Personen zusammengetrieben und sich dabei weder erklärt noch ausgewiesen.

Außerdem hätten sie Mitarbeiter gewaltsam auf dem Boden fixiert, diesen Handschellen angelegt und sie mit Schusswaffen bedroht. Dabei seien mehrere Mitarbeiter verletzt worden. „Das Mensch Meier lässt aktuell die Rechtsgrundlage des polizeilichen Einsatzes prüfen und wird gegebenenfalls Rechtsmittel dagegen einlegen“, erklärte der Club in einer Mitteilung.

Sechs Beamte bei Angriff im Mensch Meier verletzt

Die Polizei beschreibt den Vorfall ganz anders: Nach einem anonymen Hinweis seien 21 uniformierte Beamte einer Einsatzhundertschaft und drei Beschäftigte eines mobilen Einsatzkommandos in zivil angerückt, um das Hauptzollamt Berlin bei der Kontrolle von Schwarzarbeit zu unterstützen.

Als sich Zoll und Polizei um 20.30 Uhr Zugang zu dem Club verschaffen wollten, habe der Türsteher Reizgas versprüht – dabei wurden sechs Beamte getroffen, die mit Augen-und Atemwegsreizungen im Krankenhaus ambulant behandelt wurden. Der 42 Jahre alte Türsteher wurde vorübergehend festgenommen, bei seiner Durchsuchung beschlagnahmten die Polizisten einen Teleskopschlagstock. Der Mann sei der Behörde bereits wegen Körperverletzungsdelikten bekannt.

Am Montag war der Fall Thema im Innenausschuss, bei dem Polizeipräsidentin Barbara Slowik versprach, den Fall intern aufzuklären. Auch Niklas Schrader, innenpolitischer Sprecher der Linken im Abgeordnetenhaus, fordert eine Aufarbeitung des Falls. In der „Berliner Zeitung“ sagt er, die Polizei hätte von einer „unverhältnismäßig hohen Gewalt“ Gebrauch gemacht. Die Clubcommission, die sich für eine enge Zusammenarbeit und einen regelmäßigen Austausch zwischen Clubleitung, Türpersonal und Polizei einsetzt, sei auch in diesem Fall vermittelnd tätig. “Wir bedauern sehr, dass es zu dieser Eskalation gekommen ist, die durch bessere Kommunikation hätte verhindert werden können”, heißt es in einer offiziellen Mitteilung.