Kriminalität

Polizisten überwältigen Messerangreifer per Elektro-Taser

Ein Mann hat in Kreuzberg seine Lebensgefährtin mit zwei Messern bedroht. Die Polizei stoppte den Mann mithilfe eines Taser-Einsatzes.

Foto: Werner Scholz / imago/Werner Scholz

Berlin. Weil er seine Lebensgefährtin attackiert haben soll, haben Berliner Polizisten einen Messerangreifer mit einer Elektroschock-Pistole außer Gefecht gesetzt. Trotz entsprechender Aufforderung habe der Mann seine zwei Messer in der Wohnung in der Kreuzberger Adalbertstraße nicht abgelegt, teilte die Polizei am Dienstag mit. "Als der 34-Jährige die Hand mit einem Messer hob, löste ein Beamter den Taser aus", hieß es.

Lebensgefährtin wird am Oberschenkel verletzt

Der 34-Jährige wurde am Montagmittag vorübergehend festgenommen und in ein Krankenhaus gebracht - dort wurde er laut Angaben wegen seines psychischen Zustandes weiter beobachtet. Seiner 30 Jahre alten Lebensgefährtin soll er eine Schnittverletzung am Oberschenkel zugefügt haben. Sie wurde in einer Klinik behandelt. Die Polizei stuft den Vorfall als häusliche Gewalt ein.

GdP-Sprecher Benjamin Jendro:„Es verdient großen Respekt, dass die Kollegen in einer absoluten Ausnahmesituation besonnen reagiert, binnen Sekundenbruchteilen die richtige Entscheidung getroffen und dadurch Menschenleben gerettet haben. Wir sehen anhand dieses Falls, dass der Taser als Einsatzmittel den Handlungsrahmen sinnvoll erweitert und durch ihn schlimmere Folgen verhindert werden können."

Es wird geprüft, ob der Taser-Einsatz zulässig war

Die mit dem Taser ausgestatteten Beamten wurden laut Angaben extra für den Einsatz angefordert. Zunächst hatten deren Kollegen dem Angreifer den Schusswaffen-Einsatz angedroht. Ein Fachkommissariat des Landeskriminalamtes prüft nun, ob der Taser-Einsatz zulässig war. "Weil sich jede Situation anders gestaltet, nach wie vor die gleichen Voraussetzungen wie für den Schusswaffengebrauch gelten und wir eine klare Handlungssicherheit für die Kollegen benötigen, bedarf es endlich einer Einstufung im UZwG als zusätzliches Hilfsmittel der körperlichen Gewalt", sagt Jendro.

Einige Streifenpolizisten in Teilen von Kreuzberg und Mitte testen die Geräte seit Februar 2017 in einem Probelauf. Sie sollen diese einsetzen können, um in bestimmten Situationen den Griff zur Pistole zu vermeiden. Angreifer werden mit dem Taser kurzzeitig außer Gefecht gesetzt, aber nicht ernsthaft verletzt. Bislang sind in Berlin Einzelfälle bekannt, in denen Streifenpolizisten die Geräte nutzten, etwa um Selbsttötungen zu verhindern.

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