1.145.000 Euro ergaunert

Polizei warnt: So gehen Berliner Trickbetrüger vor

In den ersten beiden Monaten dieses Jahres sind 22 Personen nach Trickdiebstahl festgenommen worden. Besonders Senioren sind oft Opfer.

Symbolbild

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Foto: Marc Müller / dpa

Berlin.  Die Berliner Polizei fordert die Bürger aktuell zu mehr Wachsamkeit in Bezug auf Trickbetrüger auf. Zahlen aus den ersten beiden Monaten des Jahres 2019 belegen, dass allein bei Betrugsanrufen von falschen Polizisten bei Senioren Geld im Wert von fast 1.145.000 Euro ergaunert wurde.

In den Monaten Januar und Februar 2019 sind in Berlin laut Polizei bislang 22 Personen nach Trickdiebstahl oder Trickbetrug in Wohnungen vorläufig festgenommen worden – davon waren 16 Männer und sechs Frauen, die fast ausschließlich kriminellen Banden angehörten. In diesem Zeitraum wurden insgesamt 16 Haftbefehle erwirkt.

Opfer solcher Trick-Machenschaften sind in der Regel Senioren, gelten sie doch potenziell eher als hilflos und leichtgläubig und sind somit, wie die Polizei sagt, „ideale Opfer“.

Die häufigsten Tricks der Täter

Trickdiebstahl in Wohnung

• Täter verfolgen ihre Opfer nach Hause

• Stellen sich möglicherweise als Handwerker vor

• Eventuell behaupten sie auch, von der Polizei zu sein und erfinden einen Grund, in die Wohnung zu müssen

• In der Wohnung lenken sie ihre Opfer ab, während ihre Mitstreiter Wertsachen sowie Geld entwenden

Enkeltrick

• Täter rufen an, um ältere Menschen zur Übergabe ihrer Wertsachen zu bringen

• Geben sich oft als Bekannte oder Familienangehörige aus

• Täuschen finanzielle Notlage vor

• Überreden ihre Opfer zur Übergabe von Geld oder Schmuck

• Schicken meistens Mittäter vor, den sie als guten Freund verkaufen

Falsche Polizisten am Telefon

• Wollen ihre Opfer vor Einbrechern oder anderen Verbrechern

• Bieten am Telefon an, alle Ersparnisse retten zu wollen

• Opfer sollen Geld oder Wertsachen meistens aus dem Fenster schmeißen oder irgendwo ab legen

Zahlen und Fakten

Trickdiebstähle in Wohnung

In den ersten beiden Monaten dieses Jahres sind bei der Polizei 132 Fälle, davon 94 vollendete angezeigt worden. Dabei entstand ein Schaden im Gesamtwert von rund 570.000 Euro.

Enkeltrick

In 12 von 89 Fällen waren die Täter erfolgreich und verursachten einen Schaden von 340.000 Euro.

Falsche Polizeibeamte am Telefon

In 24 Fällen erlangten die Täter Geld und Wertgegenstände in einem Gesamtwert von rund 1.145.000 Euro.

Die Berliner Polizei bittet daher alle Mitbürger, ältere Menschen aus dem näheren Umfeld vor Trickbetrügern zu warnen.

Was jeder tun kann:

• Sprechen Sie unbekannte Personen in Ihrem Wohnhaus an!

• Klingeln Sie bei Nachbarn, wenn Ihnen Fremde im Haus komisch vorkommen!

• Wenn es klingelt, schauen Sie durch den Spion und lassen Sie die Tür verschlossen!

• Öffnen Sie Ihre Tür nur mit vorgelegter Sicherheitskette oder Sperrriegel!

• Bewahren Sie möglichst keine hohen Geldbeträge, wertvollen Schmuck oder Gold zuhause auf - die Täterinnen und Täter finden auch die besten Verstecke!

• Wird ein Telefonbucheintrag für notwendig erachtet, den Vornamen mit dem Anfangsbuchstaben abkürzen und die Anschrift aus den Verzeichnissen löschen lassen!

Was Sie wissen sollten:

• Die Polizei fragt Sie niemals zu Ihren Vermögensverhältnissen aus.

• Die Polizei nimmt auch nicht Ihre Wertgegenstände in Verwahrung, um sie vor Einbruch zu schützen.

• Echte Polizisten, die Ihre Wohnung betreten wollen, werden immer bereit sein, einen Nachbarn hinzuzuziehen.

• Wenn die Polizei Sie anruft, erscheint nie die 110 im Display.

Im Notfall den Polizeinotruf 110 wählen! Dabei ganz wichtig: vorher selbst das Gespräch beenden (Hörer auflegen oder rote Taste am Mobilteil drücken).