Polizei-Panne

Sicherheitslücke im LKA: Mann spaziert in unbesetztes Büro

Panne bei der Polizei am Platz der Luftbrücke: Ein 45-Jährige versuchte dort, in einem nicht besetzten Büro zu klauen.

Das Berliner Polizeipräsidium Berlin am Platz der Luftbrücke (Archivbild).

Das Berliner Polizeipräsidium Berlin am Platz der Luftbrücke (Archivbild).

Berlin. Dass es nicht die klügste Idee ist, für einen Raubzug die Räumlichkeiten des Landeskriminalamtes (LKA) zu wählen, hat am Montagnachmittag ein 45 Jahre alter Mann feststellen müssen. Er war dort auf der Suche nach Bargeld und Wertsachen, um seinen Drogenkonsum zu finanzieren. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, war der Eindringling in einem kurzzeitig nicht besetzten Büro des LKA-Gebäudes am Platz der Luftbrücke in Tempelhof von Beamten entdeckt worden – bevor er etwas stehlen konnte. Gegen den 45-Jährigen wurde daraufhin eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs gefertigt, zudem wurde ihm ein Hausverbot erteilt.

Bei der Prüfung, wie der Mann unbemerkt in das ansonsten stark gesicherte Gebäude gelangen konnte, wurde festgestellt, dass er einen Eingang nutzte, der unbewacht und nicht verschlossen war. Inzwischen sei die Tür wieder verriegelt, so die Polizei. Probleme mit der Sicherheit der Gebäude gab es schon häufiger.

Fünf Einbrüche innerhalb von vier Monaten

Allein 2018 wurden fünf Einbrüche innerhalb von vier Monaten registriert. In einem Fall gibt es offenbar einen konkreten Bezug zur Clankriminalität. Es geht um den spektakulären Diebstahl der Goldmünze „Big Mapple Leaf“ am 27. März 2018. Etwa drei Monate später drangen Unbekannte auf das Sicherstellungsgelände der Polizei an der Belziger Straße in Schöneberg ein. Ihr Interesse galt einem Audi A 6, der am selben Tag nach einem illegalen Rennen beschlagnahmt worden war. Zugelassen ist der Audi auf ein Mitglied der Großfamilie R.

Drei Angehörige der Familie stehen derzeit wegen des Münzdiebstahls vor Gericht. Den Audi sollen sie – so die Staatsanwaltschaft – zum Abtransport der Münze genutzt haben. Nach Ansicht der Polizei wollten die Eindringlinge auf dem Gelände Spuren vernichten. Deshalb versprühten sie den Inhalt eines Feuerlöschers im Fahrzeuginneren. Kriminaltechniker konnten trotzdem Spuren sichern, Goldstaub mit dem gleichen Reinheitsgehalt wie der der Münze. Für die Staatsanwaltschaft im Prozess ein wichtiges Beweismittel.

Zwischen dem 18. September und dem 10. November 2018 gab es gleich drei Einbrüche. Am 18. September brachen Unbekannte an einer Seitenfassade des Polizeipräsidiums ein Fenster auf und gelangten ungehindert in die Räume der Polizeihistorischen Sammlung. Dort stahlen sie wertvolle Dokumente, Rangabzeichen, Orden und Auszeichnungen. Am 17. Oktober gelangten die Täter auf das Sicherstellungsgelände an der Crellestraße und fuhren ungehindert mit einem beschlagnahmten Audi hinaus. Am 20. Oktober brachten sie sich an gleicher Stelle in den Besitz eines ebenfalls sichergestellten BMW. Am 10. November schließlich wollte ein 31-Jähriger auf dem Gelände in Biesdorf in einen sichergestellten Wohnwagen einbrechen. Diesmal wurde der Täter festgenommen.

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