Attacken in Berlin

Sawsan Chebli verurteilt rassistische Angriffe auf Kinder

Ziehen am Kopftuch, Angriff mit einer mit Blut gefüllten Spritze, Fausthiebe: In Berlin gab es zuletzt mehrere rassistische Übergriffe.

Foto: picture alliance/Twitter/BM Montage

Berlin. In Berlin hat es seit Freitag gleich drei schwerwiegende und augenscheinlich rassistisch motivierte Angriffe gegeben. In allen Fällen waren Kinder und Jugendliche Opfer der Attacken. Sawsan Chebli, Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales, verurteilte die Angriffe via Twitter. "Wenn Mädchen/Frauen mit Kopftuch angegriffen werden, ist das nicht Fremdenfeindlichkeit, sondern Islamfeindlichkeit/islamfeindlicher Rassismus“, schrieb Chebli am Sonnabendabend.

Der jüngste Fall ereignete sich am Sonnabendabend an der Zossener Straße in Marzahn-Hellersdorf. Dort beleidigten und schlugen drei Jugendliche auf einem Sportplatz einen Zwölfjährigen. Das Trio hatte den Jungen gefragt, ob er Ausländer sei und ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Das Kind wurde bei dem Angriff leicht verletzt, die Täter flüchteten, wie die Polizei mitteilte. Laut Polizei folgten auf die Frage an den Jungen zunächst rassistische Beleidigungen. Plötzlich hätten ihn zwei der Jugendlichen von hinten ergriffen und festgehalten, der dritte habe zugeschlagen. Der Zwölfjährige ging zu Boden, wo er noch getreten worden sein soll.

Mit blutiger Spritze auf Mädchen losgegangen

Der Junge, der die deutsche Staatsbürgerschaft hat, ging nach Hause. Seine Mutter erstattete Anzeige über die Internetwache. Der Staatsschutz ermittelt.

Bereits am Freitagnachmittag waren in Marzahn zwei syrische Mädchen von einem unbekannten Mann mit der Faust ins Gesicht geschlagen worden. Zuvor soll er sich den beiden genähert und sie ausländerfeindlich beschimpft haben, als sie sich miteinander unterhielten. Die 15- und die 16-Jährige erlitten bei dem Übergriff Verletzungen im Gesicht und wurden ambulant im Krankenhaus behandelt.

Ebenfalls am Freitag hatte an der Neuköllner Hermannstraße eine Frau versucht, einer Zwölfjährigen das Kopftuch herunterzureißen. Die Angreiferin habe ihr an den Haaren gezogen und sie fremdenfeindlich beleidigt, hieß es. Zudem soll sie mit einer augenscheinlich mit Blut gefüllten Spritze mehrfach versucht haben, das Mädchen zu stechen und sie mit Pfefferspray bedroht haben. Die Zwölfjährige wurde bei der Attacke leicht verletzt. Die Staatsangehörigkeit des Mädchens war zunächst ungeklärt. In beiden Fällen ermittelt der Staatsschutz.