Großer Tiergarten

Zwangsprostitution von Kindern: Vier Männer in U-Haft

Den Rumänen wird vorgeworfen, zum Teil ihre eigenen Kinder zur Prostitution im Großen Tiergarten gezwungen zu haben.

Nachts im Großen Tiergarten (Archivbild).

Nachts im Großen Tiergarten (Archivbild).

Foto: David Heerde

Berlin. Vier rumänische Männer im Alter von 23, 26, 39 und 55 Jahren befinden sich in Untersuchungshaft. Ihnen wird vorgeworfen, Jungen im Kindesalter und Jugendliche aus Rumänien, zum Teil ihre eigenen Kinder, nach Berlin gebracht und dort dazu gezwungen zu haben, sich im Großen Tiergarten und im Schöneberger Regenbogenkiez zu prostituieren – für den Unterhalt der Väter. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

Ermittlungen des Fachkommissariats beim Landeskriminalamt und der Abteilung für organisierte Kriminalität bei der Staatsanwaltschaft Berlin hätten letztlich auf die Spur der Beschuldigten geführt. Im Dezember 2018 sei es in Zusammenarbeit mit den rumänischen Strafverfolgungsbehörden den dortigen Zielfahndern gelungen, zeitgleich vier Haftbefehle in einer Kleinstadt nahe Craiova zu vollstrecken.

„Die Beteiligten sind häufig familiär verbunden und netzwerkartig organisiert. Im Zuge der Ermittlungen gelang es auch, einzelne betroffene Kinder und Jugendliche in die Obhut der hiesigen Jugendämter zu geben und dem Einfluss ihrer Familien zu entziehen“, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Berliner Polizei arbeitet bei der Bekämpfung von Zwangsprostitution schon länger mit der rumänischen Polizei zusammen. So gingen in der Vergangenheit etwa Berliner Polizisten gemeinsam mit rumänischen Kollegen im Kleinen Tiergarten und im Regenbogenkiez in Schöneberg auf Streife.

Im Tiergarten hatten Behörden auch immer wieder minderjährige und obdachlose Flüchtlinge aufgegriffen, die sich prostituierten, um sich so Geld für Drogen zu finanzieren. Diese Szene erstreckte sich auch auf den Regenbogenkiez in Schöneberg. Neben Zwangsprostitution beobachten Behörden auch immer wieder gewerbsmäßiges Betteln. So hatten etwa Mitarbeiter des Bezirksamtes Neukölln vor anderthalb Jahren aufgedeckt – unter der damaligen Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) –, dass mehrere Obdachlose ihre erbettelten Tageseinnahmen an Mittelsmänner abliefern mussten. Bezirksmitarbeiter hatten entsprechende Übergaben dokumentiert. Dabei handelte es sich um Bewohner eines Ortes in Südrumänien, die sich vor allem in den Sommermonaten in Berlin aufhalten, um an belebten Straßen und Plätzen zu betteln.

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